Beratervertrag

Uneinsichtig bis zuletzt

Bis zuletzt klebt Felgner am Ministerstuhl. Jetzt hat die SPD die Reißleine gezogen.

Von Michael Bock

Sachsen-Anhalts SPD-Landeschef Lischka lässt Wirtschaftsminister Felgner fallen. Auch wenn dieser sich Bedenkzeit erbeten hat: Damit ist Felgners politisches Schicksal besiegelt. Der Rücktritt, ob dann freiwillig oder erzwungen, kommt viel zu spät. Längst ist der Zeitpunkt verpasst, an dem sich Felgner mit erhobenem Haupt aus dem Amt hätte verabschieden können. Von Anfang an war seine Einsicht in eigenes Fehlverhalten nur wenig ausgeprägt. Im Umgang mit den Affären zeigte Felgner ein von Salami-Taktik und Rückwärtsrollen bestimmtes katastrophales Krisenmanagement, welches auch dazu beitrug, dass sich jetzt ein Untersuchungsausschuss mit Beraterverträgen befasst.

Bis zuletzt klebt Felgner an seinem Ministerstuhl. Jetzt hat die SPD-Parteispitze die Reißleine gezogen. Ungereimtheiten um einen fragwürdigen 80. 000-Euro-Vertrag, in den Felgner involviert war, waren letztlich der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.