Halle (dpa) l Die Martin-Luther-Universität in Halle bündelt ihre Forschung in der Proteinbiochemie. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) übergab am Montag den Neubau. Rund 40 Millionen Euro wurden dafür investiert, vom Bund und dem Land, wie die Universität mitteilte. Proteine – oder auch Eiweiße genannt – sind wichtige Bausteine des menschlichen Körpers. Grundlagenforscher befassen sich damit, um neue Erkenntnisse über die Entstehung und Therapie von Tumoren, Krebs und anderen Erkrankungen zu gewinnen. In dem 5400 Quadratmeter großen Zentrum sollen künftig 255 Menschen aus zwölf Arbeitsgruppen arbeiten.

Die Ministerin betonte, sie wünsche sich, dass die hochgradig vernetzte Spitzenforschung, die es in Halle gebe, durch das neue Zentrum einen weiteren Schub erfahren werde. Es hat 125 Labore, 62 Büros sowie Besprechungs- und Konferenzräume. Durch die räumliche Nähe der einzelnen Arbeitsgruppen lassen sich künftig noch besser gemeinsame Forschungsprojekte planen und realisieren, wie Rektor Udo Sträter erklärte. Die Proteinforschung gehört zu den Schwerpunkten des Forschungsstandortes Halle.

In dem neuen Zentrum werden laut Universität derzeit die Räume eingerichtet sowie die Haustechnik installiert. Im zweiten Halbjahr 2018 soll der Komplex vollständig in Betrieb gehen. Das Forschungszentrum trägt den Namen des in Halle geborenen US-amerikanischen Biochemikers Charles Tanford (1921-2009).