Die Tatsache, dass der Staat mit dem neu geregelten Unterhaltsvorschuss großzügiger in die Bresche springt, wenn Ex-Partner für ein gemeinsames Kind nicht aufkommen, ist vollkommen richtig.

Mit der Umsetzung aber haben Bund und Land die Kommunen bislang ziemlich alleingelassen. Landkreise und kreisfreie Städte sind nicht nur mit einer explodierenden Zahl von Anträgen konfrontiert und müssen mehr Mitarbeiter einsetzen. Sie bleiben auch auf den Extra-Kosten sitzen. Dabei steht in der Landesverfassung, dass Kommunen Anspruch auf Ausgleich haben, wenn durch Pflichtaufgaben eine Zusatzbelastung entsteht. Das Land weiß das.

Nicht umsonst hat es versucht, die Kommunen mit der Extra-Zahlung von 20 Millionen Euro für eine Einigung zu gewinnen. Dass die Kreise dennoch an einer Klage vorm Verfassungsgericht festhalten, darf als Indiz dafür gelten, dass sie fest davon ausgehen, Recht zu bekommen. Ganz so billig dürfte das Land am Ende wohl nicht davonkommen.