Wormsdorf (muß/mg/dpa) l Eine Schlammlawine wälzte sich am Dienstagabend über die Straßen von Wormsdorf in der Gemeinde in Sachsen-Anhalt. Innerhalb weniger Minuten standen mehrere Grundstücke knietief im Dreck. Das Erdreich hatte sich wegen Starkregens von den angrenzenden Ackerflächen gelöst.

Nun sind Feuerwehren und Anwohner dabei, die Erdmassen zu beseitigen. In einigen Fällen stand das Wasser bis an die Häuser und Garagen. Besonderen Einsatz zeigten die Kinder und Jugendlichen des ortsansässigen Kinderheims. Ohne lang zu fragen, packten sie die Schaufel und legten los.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Dienstagnachmittag und -abend in Sachsen-Anhalt vor Unwetter mit Schauern und Gewittern gewarnt. Eine Warnung vor starken Gewittern gab der DWD für Magdeburg, Bergland und Tiefland im Landkreis Harz, den Salzlandkreis, den Altmarkkreis Salzwedel, den Landkreis Stendal und den Landkreis Börde heruas. Ebenfalls betroffen seien die Kreise Jerichower Land, Mansfeld-Südharz, Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld sowie der Saalekreis, Burgenlandkreis, Dessau-Roßlau und Halle.

Bilder

In der Nacht zum Mittwoch ziehen die Gewitter laut DWD dann ostwärts ab. In der Nordhälfte Sachsen-Anhalts vereinzelt  Windböen bis zu 60 Kilometer pro Stunde auftreten.

Ausfälle auf Flughafen Frankfurt

In anderen Bundesländern gab es bereits schwere Unwetter mit Folgen: Im niedersächsischen Braunschweig geriet eine Grundschulklasse während eines Waldausflugs in eine Gewitterfront, die Feuerwehr brachte sie in Sicherheit.

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt stoppte der Betreiber die Abfertigung für einige Zeit. Dadurch kam es zu Verzögerungen und Ausfällen. Flugzeuge seien weder be- noch entladen worden, um die Mitarbeiter auf dem Flugfeld vor Blitzeinschlägen zu schützen.

In Berlin rückte die Feuerwehr mittags innerhalb kurzer Zeit Dutzende Male aus. Wegen eines umgestürzten Baumes fuhr zeitweise keine S-Bahn zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Zoologischer Garten.

Unwetter löscht Großbrand

In Brandenburg bändigte und löschte ein schweres Unwetter indes einen Großbrand in der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus. Seit Montag hatte es dort auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz aus unbekannter Ursache gebrannt. Die Flammen erfassten nach Ministeriumsangaben etwa 200 Hektar Wald- und Heidefläche.

In Oberfranken legte ein Blitzeinschlag am Dienstag vier Bahnübergänge lahm. Bei dem Unwetter seien die Übergänge nahe Marktschorgast im Landkreis Kulmbach beschädigt worden, sagte ein Bahnsprecher in München. Die Bahnschranken ließen sich nicht mehr schließen. Die Lokführer mussten die Bahnübergänge selbst sichern, indem sie die Züge zuvor stoppten und prüften, ob ein Auto die Gleise überqueren wollte.

Blitze schlugen am Dienstag in Schleswig-Holstein in Häuser ein, Menschen wurden nicht verletzt. Auf der Autobahn 7 behinderte Starkregen den Verkehr.