Halle (dpa) l Bakterien im Hackfleisch und Probleme an der Milchtankstelle: Amtliche Kontrolleure haben im vergangenen Jahr rund jede zehnte Lebensmittelprobe aus Sachsen-Anhalt beanstandet. Das geht aus dem aktuellen Untersuchungsbericht zur Lebensmittelsicherheit, der am Montag in Halle vorgestellt wurde, hervor. Die Experten untersuchten in ihren Laboren insgesamt 9919 Lebensmittel. Davon waren genau 1000 nicht in Ordnung.

In den meisten Fällen stimmte die Kennzeichnung an den Produkten nicht, wie der Fachbereichsleiter für Lebensmittelsicherheit, Dietrich Mäde, sagte. So könne es für Allergiker durchaus gefährlich werden, wenn die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen nicht richtig beschriftet seien.

13 Legebetriebe unter der Lupe

Nur 19 der untersuchten Proben waren gesundheitsschädlich und mussten aus dem Verkehr gezogen werden, wie Mäde weiter erklärte. Er und seine Kollegen fanden in einem Weichkäse unter anderem Salmonellen und in einigen Proben von Hackfleisch, Käse und Eiern den Durchfall-Erreger EHEC. Auch untersuchte Feinkostsalate, Kochschinken- und Hackepeter-Proben wiesen gesundheitsschädliche Bakterien auf.

Ein besonderes Augenmerk legten die Kontrolleure nach dem Friponil-Skandal im vergangenen Jahr auf die Eier. Insgesamt nahmen sie 13 Legebetriebe in Sachsen-Anhalt unter die Lupe – aber fanden keine Auffälligkeiten.

Automatenmilch überzeugt

Zudem interessierten sich die Kontrolleure für die in Trend gekommene Automatenmilch. Das ist Milch, die entweder als Rohmilch oder als pasteurisierte Variante direkt an Milchbetrieben oder in bestimmten Einkaufszentren gekauft werden kann. Die 15 untersuchten Proben der Rohmilchtankstellen waren einwandfrei – solange die Milch vor dem Verzehr wie vorgeschrieben aufgekocht werde, sagte Mäde. Jedoch gab es bei 3 von 38 Proben mit pasteurisierter Milch den Verdacht, dass sie von den Erzeugern nicht richtig erhitzt wurde. Vier weitere Proben waren nicht richtig beschriftet. Insgesamt schneidet die Automatenmilch aus Sachsen-Anhalt laut Landesamt aber gut ab.

Neben Lebensmitteln untersucht das Landesamt für Verbraucherschutz auch Kosmetika und Bedarfsgegenstände, wie etwa Spielsachen. Insgesamt arbeiten 82 Angestellte – vom Lebensmitteltechniker bis zur Laborantin – in der Behörde. Ihr Ziel ist es, Verbraucher vor gefährlichen Produkten oder Betrug und Irreführung zu schützen.