Naumburg (dpa) l Im Fall des toten Babys von Weißenfels prüfen die Ermittler, ob es beim Reihen-Gentest auf der Suche nach der Mutter eine zweite Runde geben soll. Die erste Testreihe hatte keinen Treffer gebracht. Eingeladen waren 200 Frauen aus einem bestimmten Umkreis in einem bestimmten Alter.

"Die Personen, die dabei durch unser Raster gefallen sind, weil sie nicht teilgenommen haben, sind inzwischen überprüft", sagte Staatsanwalt Jürgen Neufang der Deutschen Presse-Agentur. Es habe keine Hinweise darauf gegeben, dass die Mutter des Kindes unter ihnen sein könnte. Das Baby war Ende April in Weißenfels tot entdeckt worden. Der Körper wies Spuren massiver Gewalteinwirkung auf.

Für einen zweiten Durchgang sei ein erneuter richterlicher Beschluss erforderlich, sagte Neufang. Am wahrscheinlichsten sei, dass der Radius erweitert werde. "Unsere Überlegungen sind aber ergebnisoffen. Es kann auch sein, dass es keinen weiteren Reihen-Test gibt."

Die Ermittler gehen immer noch davon aus, dass die Mutter aus Weißenfels stammt. "Der Ort, wo das Kind abgelegt wurde, deutet daraufhin, dass eine Ortskenntnis vorlag", sagte der Staatsanwalt.

Mutter ist höchstens 23 Jahre alt

Bisher waren die Ermittler davon ausgegangen, dass es sich bei der Mutter um eine höchstens 23 Jahre alte Frau handeln könnte, die sich noch in Ausbildung oder Studium befindet und in keiner festen Beziehung lebt. "Unser Profiling sagt uns, dass die Frau aus dieser Altersgruppe kommt", sagte Neufang. Die Stadt Weißenfels hatte sich im Juni um die Bestattung des Säuglings gekümmert.