Magdeburg l Erst sind es kleine Risse, dann zerbröselt der gesamte Beton. Vor allem die Autobahnen A 9 und A 14 im Süden und Osten des Bundeslandes sind vom Betonkrebs befallen. Es handelt sich dabei um die in der Fachwelt gefürchtete Alkali-Kieselsäure-Reaktion. Sie entsteht, wenn falsche Kiese verwendet werden. In den 90er Jahren ist das trotz warnender Hinweise von Experten auf mehr als 1000 Kilometern in Deutschland passiert. In Sachsen-Anhalt sind 350 Kilometer befallen – ein gutes Drittel aller Beton-Autobahnen.

Seit fünf Jahren werden die befallenen Strecken komplett neu betoniert oder asphaltiert, da kosmetische Reparaturen nicht halfen. Alle Reparaturen kosten dieses Jahr fast 100 Millionen Euro.

Wo wird gebaut?

Autobahn A 14: Zwischen Halle-Tornau und Halle-Peißen kommt der alte Beton runter. Die zweineinhalb Kilometer werden asphaltiert. Zuerst ist die Fahrtrichtung Dresden an der Reihe. Es stehen vier Spuren auf der Gegenseite zur Verfügung – allerdings sind die eng. Staugefahr. Bauzeit: Mai bis Oktober. Kosten: 6,3 Millionen Euro.

Ist dieses Stück repariert, ist die A 14 vom Betonkrebs geheilt. Der trat vor allem zwischen Bernburg und Halle auf. Seit 2014 wurde nahezu die gesamte Piste erneuert. Für die nächsten 20 bis 25 Jahre sollte Ruhe sein, ehe die „normale“ Sanierung einsetzt, sagt Uwe Langkammer, Chef der Straßenbaubehörde.

Autobahn A 2: Die Etappe zwischen Magdeburg-Rothensee und Lostau (5 Kilometer) wird neu asphaltiert. Bauzeit: Mai bis November. Auch Brandenburg saniert auf der A 2 Betonkrebs-Pisten. Betroffen ist dieses Jahr die Richtung Magdeburg. Gebaut werden derzeit 7 Kilometer bei Wollin sowie ab Juni das Dreieck Werder.

Autobahn A 9: Dieses Jahr müssen sich alle Autofahrer in Richtung Berlin gedulden. Die Abschnitte zwischen Naumburg und Weißenfels (4 Kilometer) sowie zwischen Leipzig-West und Bad Dürrenberg (7 Kilometer) werden gründlich erneuert. Bauzeit: 29. April bis November/Dezember. Auf Brandenburger Seite wird bereits in Beelitz gebaut. Im Juli kommt der Abschnitt Niemegk (Richtung Leipzig) hinzu.

Die beiden Harz-Autobahnen leiden zwar nicht unter Betonkrebs, zeigen aber laut Straßenbaubehörde nach 20 Jahren „normalen Verschleiß“.Betroffen sind derzeit auf der Nordharz-Autobahn A 36 die Strecken zwischen Wernigerode-Nord und Wernigerode-Zentrum (Bauzeit bis Juli) sowie zwischen Güsten und Aschersleben-Zentrum (bis August). Auf der Südharz-Autobahn A 38 hat sich an der Geiseltalbrücke bei Merseburg die Fahrbahn abgesenkt. Das wird bis September behoben.