Magdeburg (dpa) l Ein Auto rast bei einer morgendlichen Kontrolle in Magdeburg plötzlich davon. Ein Polizeitransporter nimmt die Verfolgung auf, kommt jedoch in einer Linkskurve von der Straße ab und prallt gegen eine Mauer. Drei Beamte werden verletzt, kurz darauf bauen auch die Verfolgten an einer Kreuzung einen Unfall. So schilderte die Polizei Anfang November das Geschehen, bei dem Polizisten im Dienst einen Unfall hatten. Es war einer von 284 Unfällen mit Polizeiautos, die voriges Jahr gezählt wurden, wie das Innenministerium in Magdeburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Den Angaben zufolge waren das 20 mehr als 2018 sowie 27 Unfälle beziehungsweise 10 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Die Dienstautos der Landespolizei legten voriges Jahr rund 25,4 Millionen Kilometer zurück, etwa eine halbe Million mehr als noch 2014. Wie bei der Verfolgungsfahrt in Magdeburg gehen die Unfälle für die Polizisten nicht immer ohne Blessuren aus, Verletzungen waren aber zuletzt laut dem Ministerium die Ausnahme. Voriges Jahr wurden zehn Polizisten im Dienst bei Verkehrsunfällen verletzt, niemand kam ums Leben.

Etwas mehr als die Hälfte der Unfälle wurden demnach nicht von den Polizisten verschuldet. Die meisten der 137 selbstverschuldeten Unfälle seien beim Rückwärtsfahren passiert oder wegen zu geringen Abstands zu vorausfahrenden Fahrzeugen, berichtete das Innenressort. Sei ein Landesbediensteter im Dienst schuld an einem Unfall, übernehme das Land die verursachten Schäden. Der Fuhrpark der Landespolizei umfasst laut Ministerium derzeit rund 1750 Fahrzeuge. Acht von ihnen mussten voriges Jahr wegen Totalschadens ausgetauscht werden.

Sachsen-Anhalt beginnt gerade damit, seine Fahrzeugflotte umzubauen. Die typischen Streifenwagen der Mittelklasse sollen nach und nach durch größere Vans ersetzt werden, kündigte das Innenministerium an. Ein Grund: Die Sicherheitsausrüstung sei in den vergangenen Jahren  aufgestockt worden und benötige mehr Platz. Am Montag will Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) die ersten neuen Funkstreifenwagen der größeren Kategorie an die Landespolizei übergeben.

Um Unfälle zu vermeiden, werden Polizisten nach Darstellung des Ministeriums bereits in der Ausbildung mit speziellen Fahrsicherheitstrainings geschult. Je nach Laufbahn trainieren die Nachwuchspolizisten in unterschiedlich vielen Stufen. Wer die praktischen Tests nicht bestehe, erhalte keine Erlaubnis, die Dienstautos zu fahren, hieß es weiter. Allein im vergangenen Jahr seien so 520 Nachwuchspolizisten und 325 Beamte geschult worden.