Magdeburg/Halle (dpa) l Trotz des Dieselskandals und der Diskussion um Fahrverbote – Oldtimerfreunde lassen sich bei ihrem Hobby nicht beirren. Ob Graham-Limousine Baujahr 1930 aus den USA, Cadillac wie zu Elvis Presleys Zeiten, historische Opel, Mercedes oder die "Rennpappe" Trabant aus der DDR – in Sachsen-Anhalt werden nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts immer mehr Oldtimer angemeldet. Das "H" am Ende des Kfz-Kennzeichens dürfen nur Fahrzeuge führen, die älter als 30 Jahre sind und als "historisches Kulturgut" gelten. Für den Halter kann dies Vorteile bei der Versicherung und dem Kfz-Steuersatz haben.

Deutschlandweit waren zum Stichtag 1. Januar 2018 rund 477.000 Fahrzeuge mit "H"-Kennzeichen unterwegs – knapp elf Prozent mehr als im Vorjahr. In Sachsen-Anhalt waren nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes zu Anfang dieses Jahres insgesamt 6874 Oldtimer - vom klassischen Auto über das Cabriolet, den Wohnwagen, Bus, Zweirad bis zum Anhänger – zugelassen. Zum 1. Januar 2017 rollten zwischen Arendsee und Zeitz insgesamt 6045 historische Fahrzeuge und Anhänger – 829 weniger als in diesem Jahr.

Liebhaber dieser Modelle scheuen indes keine Kosten, Zeit und Mühe. "Das ist eine eingefleischte Gemeinschaft", sagte Roland Kaiser vom Verein der Oldtimerfreunde Halle-Teicha, der 44 Mitglieder zählt. Zu den Höhepunkten gehörten Ausfahrten etwa zum Männertag oder das 25. Oldtimertreffen am 18. August dieses Jahres in Teicha (Saalekreis).

In Magdeburg steht am 25. und 26. August das 20. Ost-Mobil-Meeting (OMMA) im Elbauenpark an, organisiert vom Verein IFA-Freunde Sachsen-Anhalt. Es werden Fahrzeuge ausgestellt, die zwischen 1946 und 1991 in Osteuropa gebaut wurden, wie der Verein auf seiner Internetseite mitteilte.

An dem Oldtimertreffen in Teicha bei Halle nahmen anfangs sieben Menschen teil, mittlerweile müsse die Zahl aus Platz- und Kapazitätsgründen auf 125 Teilnehmer begrenzt werden, sagte Kaiser. Zugelassen für die Schau werden Fahrzeuge bis einschließlich Baujahr 1983.

Nicht nur bestaunt, sondern auch genutzt werden Kaiser zufolge gerne Mopeds aus DDR-Zeiten. "Auf eine Schwalbe fahren auch junge Leute voll ab." Mit einem "H"-Kennzeichen dürften historische Fahrzeuge auch in Umweltzonen von Städten fahren, erklärte Kaiser. Zudem würden seltene Fahrzeuge mittlerweile mitunter auch als reine Wertanlage angeschafft.