Magdeburg (dpa) | Die Polizei in Sachsen-Anhalt informiert am 12. September über die besonderen Unfallgefahren von Lastwagen und Bussen. Neben verstärkten Verkehrskontrollen entlang der Autobahnen sind zwischen 6 und 22 Uhr auch mehrere Infopunkte an Raststätten geplant, wie das Innenministerium mitteilte. Anlass ist ein bundesweiter Aktionstag. Über einzelne Aktionen informiert die Polizei auch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Was wird kontrolliert?
Im Fokus der Aktionen stehen Fahrer von Lastwagen, Reise- und Fernbussen. Die Polizei will kontrollieren, ob sie sich an Tempolimits halten, den Sicherheitsabstand einhalten, abgelenkt sind oder Mängel am Fahrzeug haben. Wo genau die Polizisten kontrollieren, wurde vorab nicht verraten.

Was ist noch geplant?
Parallel dazu sind weitere Beamte an den Raststätten im Einsatz, um über Unfallgefahren aufzuklären. Dafür sind auch Polizisten im Einsatz, die Polnisch oder Russisch sprechen, um mit möglichst vielen Brummi-Fahrern ins Gespräch kommen zu können. Neben Flyern gibt es auch Mitmachaktionen. So bieten die Beamten einen Schnellkurs im "Brummi-Yoga" an oder zeigen mit speziellen Brillen, wie sich steigender Alkoholgehalt im Blut auf die Wahrnehmung auswirkt. Die Infostände richten sich nicht allein an LKW- und Busfahrer.

Warum gibt es die Aktionen?
Ein Blick in die Statistik verrät, dass Unfälle mit Lastwagen überdurchschnittlich schwere Folgen haben. Voriges Jahr wurden laut Innenministerium bei mehr als 900 Lkw-Unfällen rund 1250 Menschen verletzt, fast 300 von ihnen schwer. Für 35 Menschen endeten die LKW-Unfälle tödlich. Zum Vergleich: Insgesamt starben voriges Jahr 140 Menschen auf Sachsen-Anhalts Straßen.

Besonders bedenklich: In drei von vier Fällen war der Fahrer des Lastwagens Schuld am Crash, die schweren Folgen tragen meist andere. Das Risiko, bei einem solchen Unfall getötet zu werden, sei für andere Verkehrsteilnehmer vier Mal so hoch wie für die Lkw-Fahrer selbst, sagte ein Ministeriumssprecher.

Was ist der Hintergrund?
Der Straßenverkehr soll sicherer werden. Dazu organisierten die Bundesländer einmal im Jahr den Aktionstag "Sicher. Mobil. Leben.". Ins Leben gerufen wurde er von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der voriges Jahr die Innenministerkonferenz leitete. Nicht nur in Sachsen-Anhalt wird daher es den ganzen Donnerstag über Aktionen geben, auch in den anderen Ländern klärt die Polizei auf und kontrolliert Verstöße.