Viele Privatpleiten im Landkreis Harz
Hamburg/Magdeburg (dpa/sa) - Menschen im Landkreis Harz schlittern nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel besonders häufig in die Privatinsolvenz. Im ersten Halbjahr 2018 gab es dort 87 Verbraucherpleiten je 100 000 Einwohner. Das war der höchste Wert aller Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Schuldenbarometer des Unternehmens hervorgeht.
Auf Platz zwei und drei folgen die Stadt Halle mit 73 und der Landkreis Jerichower Land mit 68 Insolvenzen je 100 000 Einwohnern. Der Landesdurchschnitt lag bei 62 Fällen, im Bundesdurchschnitt waren es 52. Besonders wenige Privatpleiten gab es in Sachsen-Anhalts Norden: Im Landkreis Stendal wurden nur 38 Insolvenzen je 100 000 Einwohnern gezählt, im Altmarkkreis Salzwedel waren es 46.
Landesweit gab es weniger Verbraucherinsolvenzen als im ersten Halbjahr 2017. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten 1392 Pleiten gezählt, rund 9,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bundesweit meldeten im ersten Halbjahr 42 846 Verbraucher ihre Zahlungsunfähigkeit - so wenig wie seit 2004 nicht mehr, wie es hieß. Als Gründe für die Entwicklung werden von den Experten die stabile Konjunktur und die gute Lage am Arbeitsmarkt angeführt.
Crifbürgel zu Privatinsolvenzen 1. Halbjahr 2018 nach Kreisen und kreisfreien Städten