Magdeburg (dpa) l Vorschläge und Forderungen von Jugendlichen sollen künftig eine größere Rolle in der Landespolitik spielen. Es sei wichtig, neue Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen zu schaffen, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne am Dienstag. Wichtige Impulse dafür bringt aus Sicht der SPD-Politikerin das Projekt "Jugend Macht Zukunft", dessen Zwischenbericht der Kinder und Jugendring vorstellte.

In zahlreichen Veranstaltungen wurden in den vergangenen Jahren Forderungen junger Menschen zusammengetragen. Im Mittelpunkt stehen etwa kostenloser Nahverkehr für Kinder und Jugendliche sowie mehr öffentliche Wlan-Hotspots. Insgesamt kamen mehr als 800 Vorschläge zusammen.

Ziel soll ein jugendpolitisches Programm sein, dass vom Landtag beschlossen wird. Ende 2020 soll es nach Angaben des Kinder- und Jugendrings (KJR) fertig sein. Neben konkreten inhaltlichen Projekten geht es aber auch darum, neue Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen zu entwickeln, wie der KJR-Vorsitzende Fabian Pfister sagte. Dazu wurde im Rahmen des Projekts ein Zehn-Punkte-Plan erarbeitet. Es geht etwa darum, Experten in den jeweiligen Ministerien zu identifizieren und den Austausch zu verbessern.

Jugendliche mehr einbinden

Grimm-Benne sagte, es müssten neue Wege bei der Beteiligung Jugendlicher gegangen werden. Bei neuen Gesetzen könnten dann künftig neben Verbänden auch explizit junge Menschen angehört werden. Bei einem der Hauptthemen von "Jugend Macht Zukunft", dem öffentlichen Nahverkehr, hat das bereits funktioniert: Ende Oktober 2018 trugen Jugendliche ihre Forderungen nach kostenlosen Bussen und Bahnen und einem einheitlichen Ticket fürs ganze Land im Verkehrsausschuss des Landtags vor.

Der Kinder- und Jugendring will neben der Landesebene auch in den Städten und Landkreisen die Beteiligung von Jugendlichen verbessern. In den vergangenen zwei Jahren wurden dafür 93 sogenannte Mikro-Projekte realisiert, wie KJR-Projektreferent Michael Behr sagte. Für jedes Projekt bekamen Jugendliche maximal 200 Euro, die sie zum Beispiel für Diskussionsrunden mit Lokalpolitikern einsetzten. Rund 2000 junge Menschen seien durch die Mikro-Projekte erreicht worden. Zudem gab es laut Behr 58 Workshops, um Jugendliche auf ihre Beteiligungsmöglichkeiten hinzuweisen.