Magdeburg (dpa) l Achtung Autofahrer: Auch im Süden Sachsen-Anhalts sind jetzt Wachpolizisten gegen Temposünder und Gurtmuffel im Einsatz. In Halle seien 20 und in Dessau-Roßlau 15 Kollegen unterwegs, teilte das Innenministerium in Magdeburg auf Anfrage mit. Zuvor hätten alle die dreimonatige Kurzausbildung zum Wachpolizisten bestanden.

Im Norden des Landes arbeiten schon seit August 20 angestellte Helfer. Die neue Einheit soll kurzfristig die angespannte Personalsituation der Landespolizei entlasten. Sie ist auf 100 Kollegen ausgelegt und bis Ende 2019 befristet. Dann soll der von der schwarz-rot-grünen Landesregierung verabredete Stellenaufbau bei den regulären Polizisten greifen.

Wachpolizisten sind bis auf Pfefferspray zum Eigenschutz nicht bewaffnet. Sie dürfen blitzen, Gurtmuffel und Handys am Steuer ahnden sowie Schwerlasttransporte begleiten. Derzeit suchen alle drei Polizeidirektionen Kandidaten für die letzte Ausbildungsrunde zur Wachpolizei. Dabei musste die Bewerbungsfrist mangels ausreichender Resonanz zum zweiten Mal in Folge um drei Wochen verlängert werden.

Personalprobleme in Magdeburg

Zwar habe sich während des ersten Aufschubs die Zahl der Bewerbungen um ein Fünftel auf knapp 90 erhöht, teilte das Innenministerium weiter mit. Allerdings ist der Rücklauf vor allem in der größten Polizeidirektion in Magdeburg noch zu schwach: Auf 35 Stellen kämen derzeit nur 28 Bewerber. Für die jeweils fünf Plätze in Halle und Dessau-Roßlau gingen hingegen 23 beziehungsweise 40 Bewerbungen ein. Es sei davon auszugehen, dass in diesen beiden Direktionen die Stellen planmäßig besetzt werden könnten.

Interessenten können sich laut Ausschreibung in allen drei Direktionen noch bis 18. Juni bewerben. Die Polizei will auch via Twitter und bei öffentlichen Terminen wie Tagen der offenen Tür auf die Ausbildung zum Wachpolizisten aufmerksam machen, hieß es.