Wanzleben l Bei einem SEK-Einsatz ist am Mittwoch ein mutmaßlicher Reichsbürger wegen möglichen Verstößen gegen das Waffengesetz festgenommen worden. Die Beamten fanden bei dem ehemaligen Jäger und Kickboxer im Haus neben einer Pistole auch ein Schnellfeuergewehr G3 mit Schalldämpfer und mehreren hundert Schuss Munition. Neben einem Faustmesser wurde auch eine Machete sichergestellt.

Wie es aus Polizeikreisen hieß, hatten die Beamten den 43-jährigen Mann in einem günstigen Moment angesprochen und sofort festgenommen. Er soll dabei keinen Widerstand geleistet haben. Zu den Vorwürfen soll sich der Mann nicht geäußert haben. Den Vorwürfen nach, hatte die Waffenbehörde dem Mann die waffenrechtliche Erlaubnis entzogen.

Aus Gewahrsam entlassen

Er gab daraufhin auch die in der Waffenkarte angegebenen Waffen ab. Es bestand aber der Verdacht, dass er darüber hinaus noch weitere erlaubnispflichtige Waffen besaß. Das Amtsgericht Magdeburg stellte daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss aus.

Nach dem Ende der polizeilichen Maßnahmen wurde der Beschuldigte wieder aus dem Gewahrsam entlassen. Er soll sich wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten. Im Fall einer Verurteilung droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Unter den rund 500 der Reichsbürger-Szene zugeordneten Personen in Sachsen-Anhalt gab es zuletzt bereits zwei schwere Vorfälle im Zusammenhang mit Waffen. Zum einen steht aktuell noch der ehemalige Mr. Germany Adrian Ursache am Landgericht Halle vor Gericht. Er soll bei einem SEK-Einsatz einen Beamten mit seinem Revolver angeschossen haben, bevor er selbst getroffen schwer verletzt zusammenbrach. In einem anderen Fall in Salzwedel soll ein sogenannter Reichsbürger ein Beil in Richtung der Beamten geworfen haben. Er muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten.

In Sachsen-Anhalt sind 19 Anhänger der Reichsbürgerszene im Besitz von erlaubnisfähigen Schusswaffen (Stand September 2018). Vier von ihnen wurden laut Innenministerium die Waffen entzogen.