Magdeburg l Nach dem Rücktritt von André Poggenburg unterstützen der Vorstand des AfD-Kreisverbandes Börde und die Ortsgruppenleiter eine mögliche Kandidatur des Bundestagsabgeordneten Martin Reichardt für den Landesvorsitz. Das teilte gestern der Kreisvorsitzende Steffen Schroeder mit.

Poggenburg war umstritten

Er sehe in Reichardt „einen geeigneten Kandidaten, der besonnen agiert, für Kritik ein offenes Ohr hat und eine friedliche Zusammenarbeit im Landesverband erreichen will und kann“, sagte Schroeder. Reichardt habe im Kreisverband Börde bewiesen, dass er „ein verlässlicher und konstruktiver Partner ist, auf den man zählen kann“.

Der Führungsstil von Ex-Landeschef Poggenburg war in der Partei umstritten.

Martin Reichardt hatte unlängst im Volksstimme-Gespräch erklärt, dass er grundsätzlich für den Parteivorsitz zur Verfügung stehe.

Wahl im Juni

Der 48-Jährige ist seit 2015 AfD-Mitglied. Zuvor war der in Hermsdorf (Börde) lebende Vater von drei Kindern bereits in der SPD, bei den Republikanern und bei der FDP politisch tätig. Voraussichtlich im Juni wird auf einem Landesparteitag der neue Vorstand gewählt.

Poggenburg hatte Anfang März seinen Rücktritt als Partei- und Fraktionschef erklärt. Er begründete dies mit dem medialen Echo und großen Druck nach seiner Rede beim politischen Aschermittwoch. Er hatte die türkische Gemeinde in Deutschland als „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“ bezeichnet.

Neuer AfD-Fraktionschef im Landtag ist Oliver Kirchner.