Magdeburg (dpa) l Das bisherige Jahr war für die Genießer von Waldpilzen in Sachsen-Anhalt ein kompletter Reinfall. Die lang anhaltende Trockenheit im Lande habe sich verheerend auf die Speisepilzkulturen ausgewirkt, sagte Martin Groß, Vorsitzender des Landesverbandes der Pilzsachverständigen in Sachsen-Anhalt, auf Anfrage. Von Ende April bis Anfang Juli habe es kein nennenswertes Pilzwachstum gegeben.

Dabei war die Situation laut Groß im ganzen Land gleich schlecht. "Es gab vom Wetter her keine Unterschiede im Land Sachsen-Anhalt, die unterschiedliches Speisepilzwachstum hätten verursachen können", unterstrich der Experte. Weder im Harz, noch im Colbitz-Letzlinger Bereich, noch im Fläming oder im Süden des Landes etwa in der Dübener Heide oder dem Ziegelrodaer Forst konnten seinen Angaben zufolge Speisepilze gefunden werden.

Regen wichtig für gute Pilzsaison

Auch in den kommenden Wochen könne zunächst kein besseres Wachstum bei den Speisepilzen erwartet werden, so der Spezialist weiter. Nur ein Wetterumschwung mit mehr Regen könnte sich noch positiv auf die Pilzsaison im Herbst auswirken.

"Die Böden sind intensiv durchwärmt", nannte er eine Voraussetzung. "Wenn in den kommenden Wochen des Juli, August und des September gut in die Böden eindringender Regen fällt, werden die Pilze auf jeden Fall noch kommen", war er zuversichtlich. Doch er schränkte zugleich ein: "Sicher nicht alle gängigen Arten, aber doch genügend."