Magdeburg l Vor drei Tagen lag der Pegel der Elbe noch bei 129 cm und die Binnenschiffer hatten wieder Hoffnung, den Magdeburger Domfelsen in Richtung Dresden passieren zu können. Doch trotz der unwetterartigen Regenfälle der vergangenen Tage sank der Wasserstand des Flusses wieder. Am Sonntag zeigte der Pegel an der Strombrücke in der Magdeburger Innenstadt nur noch 100 cm.

"Damit ist die Schifffahrt zwischen Dresden und Magdeburg nicht mehr möglich", so Kapitän Norbert Schulze: "Es geht gar nichts mehr. Vielleicht noch mit dem Ruderboot oder mit dem Fahrrad, aber nicht mehr mit unserem Schiff, der Veronia." Auch Kapitän Eilert Heyen vom Schiff "Schauen" ärgert sich über die Trockenheit. Der Ostfriese wollte eigentlich nach Dresden, um Kohle zu holen: "Wir wären gerne ein paar Mal die Elbe zu Tal gegangen, aber das ist bei dem Wasserstand nicht mehr möglich. Wir kommen auch leer nicht mehr die Elbe hinunter." Seinem Schiff fehlen in etwa 50 Zentimeter um die Elbe ohne Ladung zu befahren. Mit Ladung braucht der Kapitän sogar einen Pegel von 2,50 Meter.

Wegen des niedrigen Wasserstandes verläuft der gesamte Schiffsverkehr derzeit über die Kanäle, was zum Teil lange Wartezeiten und Verluste zur Folge hat.

Doch der niedrige Wasserstand der Elbe hat auch seine schönen Seiten: Der Magdeburger Domfelsen ist derzeit weit begehbar. Der 11-jährige Florian Mino ist mit seiner Familie aus Hamburg angereist und machte, wie viele andere Ausflügler auch, Erinnerungsfotos auf der Mitte des Flusses. Übrigens bleiben die Ausflugsschiffe der "Weissen Flotte" bisweilen im Einsatz.