Magdeburg  (dpa) l  Die Apfelernte fällt für die´Obstbauern in Sachsen-Anhalt  2018 durchwachsen aus. Zum Erntestart hatte der Landesverband Sächsisches Obst rund 14 200 Tonnen Äpfel erwartet. "Wir gehen nun davon aus, dass es 10 bis 15 Prozent weniger werden", sagte Verbands-Geschäftsführer Udo Jentzsch. Der Verband vertritt auch Landwirte in Sachsen-Anhalt. Insgesamt gehören ihm 74 Betriebe an, die laut Jentzsch etwa 90 Prozent der Obstanbaufläche in Sachsen und Sachsen-Anhalt repräsentieren.

Extreme Trockenheit

Wegen der extremen Hitze und der Trockenheit seien viele Früchte kleiner als sonst. "Die besten Äpfel haben 70 bis 85 Millimeter Durchmesser", sagte Jentzsch. Das werde in diesem Jahr vielfach nicht erreicht. Hinzu komme, dass viele Äpfel einen Sonnenbrand bekommen hätten. Sie könnten dann nicht mehr als Tafeläpfel verkauft werden, sondern gingen in die Industrie. Das bedeute finanzielle Verluste für die Obstbauern. "Für Industrieware gibt es nur ein Zehntel des Preises", sagte Jentzsch. Womöglich nur 20 bis 25 Prozent der Ernte könnten als Tafeläpfel verkauft werden.

"Aber es gibt immer noch viele und sehr gute Äpfel und durch die viele Sonne sind sie diesmal sehr süß", sagte er. Im vergangenen Jahr wurden 13.750 Tonnen Äpfel geerntet. Vor zwei Jahren waren es 16.000 Tonnen. In Sachsen-Anhalt bewirtschaften Obstbauern, die dem Verband angehören 450 Hektar mit Äpfeln. In Sachsen sind es rund 2500 Hektar, wie Jentzsch sagte. Damit seien die beiden Bundesländer nach dem Alten Land (Niedersachsen) und der Bodensee-Region (Baden-Württemberg) das drittgrößte Anbaugebiet für Äpfel in Deutschland.

Schlechte Erdbeerernte

Insgesamt gab es bei der Obsternte 2018 Licht und Schatten. Die Erdbeerernte sei ziemlich schlecht gelaufen. "Die Süßkirsche war von Qualität und Menge gut, das hat gepasst", sagte der Verbandschef. Während sich die Apfelernte langsam ihrem Ende zuneigt, hat die Ernte der einheimischen Birnen gerade begonnen. In Sachsen-Anhalt sei diese Obstsorte aber nicht so stark vertreten.