Weniger Frauen in Sachsen-Anhalt machen eine Ausbildung
Die Zahl der Auszubildenden in Sachsen-Anhalt sinkt - vor allem bei den Frauen. Dafür beginnt eine andere Gruppe öfter eine Lehre.

Halle (dpa/sa) - Immer weniger Frauen machen in Sachsen-Anhalt eine Lehre. Die Zahl der weiblichen Auszubildenden sei zwischen Ende 2012 und Ende 2017 um 18 Prozent gesunken, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Halle mit. Bei Männern ging die Zahl der Auszubildenden im gleichen Zeitraum um rund neun Prozent zurück. "Immer mehr junge Frauen machen einen höheren Bildungsabschluss", erläuterte Kay Senius, Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt. Zudem sei die Quote der Studienabbrecher bei den Männern höher.
Außerdem werde der demografisch bedingte Rückgang der männlichen Lehrlinge eher durch die Zuwanderung aufgefangen. Ein Großteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund ist laut Arbeitsagentur männlich. Insgesamt stieg der Anteil ausländischer Auszubildenden zwischen 2012 und 2017 von 276 auf 991.
Dennoch sank die Zahl aller Auszubildenden in Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich besonders stark. Machten 2012 noch etwa 34 270 Menschen im Land eine Lehre, waren es laut Arbeitsagentur 2017 noch gut 29 900. Das entspricht den Angaben zufolge einem Minus von fast 13 Prozent. Bundesweit sei die Zahl im gleichen Zeitraum um knapp drei Prozent gesunken. Neben dem Trend zum höheren Bildungsabschluss nannte Senius demografische Faktoren und den Strukturwandel als Gründe.