Leipzig/Blankenburg (dpa) l Nach der lang anhaltenden Trockenheit sinken die Wasserspeicher der Talsperren im Land. "Es ist noch alles im grünen Bereich", sagte ein Sprecher des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt in Blankenburg am Montag. Die Wasserspeicher seien zwar gesunken, aber trotz der geringen Niederschläge der vergangenen Wochen noch ausreichend gefüllt. Auch die Harzwasserwerke GmbH hatte genug Wasser.

"Aktuell sind die Talsperren zu 51 Prozent gefüllt", sagte Unternehmenssprecherin Marie Kleine im niedersächsischen Hildesheim. Dieser Wert liege zwar 17 Prozent unter dem langjährigen Mittel für diese Jahreszeit. "Aber wir können mit Ausnahmesituationen umgehen", so Kleine. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben für die Trinkwasserversorgung vom Harz bis nach Bremen zuständig.

Aufgrund der Trockenheit stieg zuletzt jedoch die Waldbrandgefahr im Land massiv an. Am Montag rief das Landeszentrum Wald für das Jerichower Land und die Region um Stendal die höchsten Stufen aus. Damit gilt nun in insgesamt drei Regionen des Landes Stufe 5. Bereits seit Freitag herrscht im Altmarkkreis Salzwedel die höchste Warnstufe. In den übrigen Teilen von Sachsen-Anhalt gelten derzeit die Stufen 3 und 4.

Mit den unterschiedlichen Waldbrandwarnstufen sind den Angaben zufolge bestimmte Verhaltensregeln für die Menschen verbunden. Bereits ab der zweiten Gefahrenstufe ist es unter anderem verboten, im Wald zu rauchen oder außerhalb der Grillplätze Feuer zu machen. Bei Stufe 5 dürfen die Wege durch den Wald nicht verlassen werden.

Eine leichte Entspannung der Situation brachten in einigen Regionen des Landes starke Regenfälle in der Nacht zu Montag. Unter anderem fielen in Raguhn-Jeßnitz (Landkreis Bitterfeld-Wolfen) gegen 3 Uhr am Morgen innerhalb einer Stunde 16,2 Liter Regen pro Quadratmeter, wie eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes am Montag sagte. Die Gewitterfront zog vom Harz bis in den Fläming. Andere Regionen blieben meist leer aus.

Auch im Laufe des Montags und Dienstags könnten Gewitter für Regen und etwas Abkühlung sorgen. Bis zu 30 Liter seien ortsweise möglich, so die Wetterexpertin. Wo es genau regne, sei schwer vorherzusagen. Die Temperaturen würden jedoch tagsüber weiterhin jenseits der 30-Grad-Grenze liegen. Nach den Gewittern und in der Nacht kühle es zwar ab. Dennoch gebe es vielerorts sogenannte tropische Nächte, bei denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad fielen. In der Nacht zu Montag war dies etwa in Zeitz, Bernburg und Bad Lauchstädt der Fall.