Wernigerode (dpa/tw) l Der erste Herbststurm 2018 fegte auch noch in der Nacht zum Mittwoch mit Orkanböen von bis zu 120 km/h über den Brocken im Harz. Regen peitschte nahezu waagerecht über Norddeutschlands höchsten Berg. Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) hatten bereits am Dienstag ihren Zugverkehr zwischen Drei-Annen-Hohne und dem Brockenbahnhof eingestellt. Zahlreiche Bäume lagen auf den Gleisen. 

"Ein normaler Mensch kann da nicht mehr stehen, wenn er sich nicht extrem festhält", sagte Sebastian Balders vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig zur zeitweiligen Windstärke 12 auf dem Brocken. Im Flachland hingegen handele es sich um einen klassischen Herbststurm und Wind mit 60 bis 80 Stundenkilometern.

Windböen der Windstärke 11

Der Sturm lässt am Mittwoch nach. Es wird aber weiter regnen, sagte Thomas Hain vom Deutschen Wetterdienst am Mittwochmorgen. Am Mittwochvormittag gibt es auf dem Brocken in Sachsen-Anhalt noch orkanartige Windböen der Windstärke elf. Ab dem Mittag lässt aber auch dort der Wind nach. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 10 und 14 Grad.

Die Integrierte Leitstelle Harz registrierte bis zum frühen Abend keine wetterbedingten Einsätze, wie ein Sprecher in Halberstadt sagte. Meldungen zu nennenswerten Schäden gab es in Sachsen-Anhalt zunächst nicht.

Die Deutsche Bahn beobachte die Wetterentwicklung intensiv, sagte eine Bahnsprecherin. Reparaturtrupps und Fahrzeuge würden bereitgestellt, um möglichst schnell eventuelle Sturmschäden an Oberleitungen und Hindernisse im Gleisbett beseitigen zu können.

Zwischen Irxleben und Hermsdorf in der Börde hatte Sturmtief "Siglinde" bereits am Dienstag für einen Unfall gesorgt. Dort wurde ein Lkw-Anhänger von einer Böe erfasst und kippte um.