Magdeburg (dpa) l 17.375 Einschläge in die Erde wurden registriert, wie aus dem Blitzatlas des Blitz-Informationsdienstes von Siemens hervorgeht. 2017 waren es noch knapp 19.300 Blitze gewesen, 2018 mehr als 21.700. Am häufigsten schlug der Blitz im vergangenen Jahr im Landkreis Harz ein – genau 3313 Mal, wie es hieß. Das habe 1,57 Einschlägen je Quadratkilometer entsprochen. Am wenigsten Erdblitze gab es in Halle mit 0,41 je Quadratkilometern, insgesamt seien nur 55 erfasst worden. In Magdeburg wurden 146 registriert und damit 0,72 je Quadratmeter erfasst.

Landesweit wurden 0,85 Einschläge je Quadratkilometer registriert, bundesweit 0,9. "Das Jahr 2019 war in Deutschland, Mittel- und Westeuropa ausgesprochen blitzarm, wir verzeichneten wenige Gewitter und deutlich weniger Erdblitze, also Blitzeinschläge" erklärte der Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens, Stephan Thern. "Es war schlicht zu trocken. Denn Gewitter benötigen Hitze und Feuchtigkeit."

Der Informationsdienst nutzt eigenen Angaben zufolge rund 160 verbundene Messstationen in Europa. "Mit der aktuellen Software können wir bis auf 50 Meter genau ermitteln, wo gerade ein Blitz eingeschlagen hat", erklärte Thern weiter. Kunden seien Wetterdienste, Versicherungen und Industrieunternehmen sowie Betreiber von Stromnetzen, Sportanlagen und auch Feuerwehren.

Blitze entstehen bei Gewittern: Das heftige Auf und Ab von Wasser und Eisteilchen in der Gewitterwolke führt zu einer Polarisierung der natürlichen Luftelektrizität. Wird das Spannungsfeld zwischen positiver und negativer Ladung zu stark, entlädt sich ein Blitz.