Schierke (dpa) | Der Dezember ist in Sachsen-Anhalt bislang überdurchschnittlich warm gewesen – und auch zu Weihnachten wird es wohl ähnlich mild sein. An Heiligabend rechnen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beispielsweise für Magdeburg mit Temperaturen zwischen acht und zehn Grad – ein Trend, der im gesamten Land zu beobachten sein wird. "Es ist ungewöhnlich, dass das warme Wetter so lange anhält", sagte ein DWD-Meteorologe am Donnerstag in Leipzig. Im Dezember liegt das Monatsmittel im Land normalerweise bei 0,8 Grad. Zurzeit seien es 5,8 Grad.

Die frühlingshaften Temperaturen reichten tagsüber locker bis in den zweistelligen Bereich. Nach Prognosen der Meteorologen wird sich am milden Wetter bis zum Jahresende nichts ändern.

Auf dem Brocken herrschten am Donnerstag Temperaturen um die sechs Grad. "Das Monatsmittel liegt sonst bei minus drei Grad", sagte ein Sprecher der Brockenwarte in Schierke. Die letzten Flecken Schnee tauten gerade. Am 30. November war der höchste Berg des Landes noch mit einer 37 Zentimeter dicken, weißen Haube bedeckt. Nicht nur Wintersportler und Schneeliebhaber trauern den wenigen kalten Tagen hinterher. "Fakt ist, die Vegetation braucht eine schützende Schneedecke", erklärte der Sprecher.

Die DWD-Meteorologen beobachten seit Jahren, dass die Wetterextreme zunehmen. Im Sommer könne es an einem Tag 30 Grad heiß sein. Ein heftiges Gewitter kühle binnen Stunden die Temperatur jedoch auf 18 Grad ab. Für den Januar könnte es extreme Minusgrade geben – sicher ist das aber bislang nicht.