Leipzig/Stendal/Potsdam (dpa) l Der Brandgeruch eines großen Waldbrandes bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern war am Montag noch viele Hundert Kilometer weiter südlich wahrnehmbar. In Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen meldeten sich zahlreiche Anrufer bei den Feuerwehren. Sie berichteten, dass es draußen stark nach Rauch rieche, aber nirgends brenne. Die Rettungsleitstellen verwiesen auf den großen Brand im Norden, wo 430 Hektar Wald betroffen waren.

In Sachsen-Anhalt gingen vor allem im Norden des Landes in der Nacht zu Montag zahlreiche Anrufe bei der Feuerwehr ein. "Es gab vermehrt Hinweise, dass etwas gerochen wurde", sagte eine Sprecherin der Integrierten Leitstelle Altmark in Stendal. Die Anrufer konnten beruhigt werden und wurden gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Auch per Warn-App gab es Informationen für die Menschen in der Region. Die Landesgrenze von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt liegt etwa 60 Kilometer von Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern entfernt.

Bei der Regionalleitstelle Nordwest in Potsdam meldeten sich mehrere Anrufer pro Stunde. Bürger alarmierten die Feuerwehr und berichteten von dem Geruch und einer enormen Belästigung. Betroffen waren vor allem die Städte Neuruppin und Potsdam. Anrufe kamen aber auch aus der Prignitz und dem Havelland. Ehe die Feuerwehren ausrückten, sei deshalb genau überprüft worden, ob es sich wirklich um einen Brand handelte. Wenn nicht, konnte der herangewehte Geruch mit dem Feuer in Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung gebracht werden.

Selbst in Sachsen war der Rauchgeruch deutlich zu riechen. Die Mitarbeiter der Rettungsleitstellen in Leipzig und Dresden beruhigten die Anrufer nach eigenen Angaben und wiesen auf das rund 300 Kilometer entfernte Lübtheen.

Es ist schon erstaunlich, dass der Geruch so große Entfernungen zurückgelegt hat", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig. Es sei allerdings mit der Wetterlage zu erklären. Ein sehr schwacher Nordwest-Wind habe die Rauchpartikel sehr langsam herangeweht. Dazu war es in der Nacht wolkig, so dass nichts nach oben entweichen konnte. Laut DWD sollte der Wind in der Nacht auffrischen und spätestens dann sollte das Problem erledigt sein.