Premiere für "Die Physiker" im Theater der Altmark

Wie weit darf ein Genie denken?

Von Birgit Tyllack

Stendal. "Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden", sagt Physiker Johann Wilhelm Möbius. Doch das, was seinem genialen Gehirn entsprungen ist, kann zumindest versteckt werden. Und das tut Möbius. Seit 15 Jahren versteckt er sich und seine "Weltformel" in einer Irrenanstalt, denn diese Formel darf auf keinen Fall in die falschen Hände geraten.

Also spielt er den Verrückten und behauptet, dass ihm König Salomo erscheine. Anstaltsleiterin Doktor von Zahnd trennt ihre Patienten nach Berufsgruppen, weshalb Möbius mit zwei weiteren Physikern untergebracht ist. Einer von ihnen behauptet Sir Isaac Newton zu sein, der andere Professor Albert Einstein.

An diesem Punkt verlässt Regisseurin Corinna Sommerhäuser den gewohnten Pfad, den man aus Friedrich Dürrenmatts Komödie kennt. Denn was im Original wirklich drei eigenständige Physiker sind, ist in der Stendaler Inszenierung nur einer. Die drei Physiker sind die drei "Ichs" von Möbius, Sinnbild seines inneren Konflikts, seiner Zerrissenheit.

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