Sicherheitskonzept gegen Anschläge auf Abgeordnetenbüros

"Wir lassen uns nicht vertreiben"

Von Andreas Stein

Magdeburg/Schönebeck l Nach den erneuten Anschlägen auf Wahlkreisbüros von Landtagsabgeordneten der Partei Die Linke in Schönebeck und Magdeburg in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag ermittelt nun der Staatsschutz. Es könne keinen Zweifel an einem verfassungsfeindlichen Hintergrund geben. Auch ein Zusammenhang beider Fälle werde vermutet, hieß es gestern aus der Polizeidirektion Nord. Am Vormittag hatten sich PD-Polizeichef Günter Romanowski, Vertreter des Vermieters TLG Immobilien und die Abgeordneten Eva von Angern und Wulf Gallert vor Ort getroffen, um ein neues Sicherheitskonzept zu besprechen. Wie das aussehen soll, darüber wurde aus ermittlungstaktischen Gründen Stillschweigen vereinbart.

"Hier handelt es sich nicht um die umgelenkte Agressivität Jugendlicher. Die Täter wollen, dass wir weggehen. Für uns ist es aber keine Option, diesem Terror zu weichen", erklärte Wulf Gallert. "Wir wollen auch zu den Anwohnern halten. Sie haben sofort die Polizei gerufen", bedankte sich Eva von Angern. Sabine Dirlich, deren Schönebecker Büro bereits achtmal angegriffen wurde, erwartet konsequentere Ermittlungen der Polizei. Die "Aufklärungsrate null" solle verschwinden, forderten die Abgeordneten. "Wir nehmen die Fälle sehr ernst", betonte ein Sprecher der PD Nord.

Seit März 2011 gab es landesweit bereits 13 Anschläge auf Wahlkreisbüros - dreimal war die CDU betroffen, zehnmal die Linke.