Bundesfreiwilligendienst

Wohlfahrtsverband kritisiert Quote

Magdeburg (kw). Der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes kritisiert die aktuellen Entwicklungen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD). Wie das Ministerium für Familie, Jugend, Soziales und Frauen in Berlin mitteilt, sollen Plätze beim seit dem 1. Juli geltenden BFD über eine Quote abgesichert werden. Auf drei Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) sollen demnach etwa zwei Plätze im Bundesfreiwilligendienst kommen. Vom Bundesfamilienministerium heißt es dazu, dass "dies eine interne Regelung ist, die allen Bewerbern ermöglichen soll, einen Platz zu bekommen."

Rainer Kleibs, Landesgeschäftsführer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Sachsen-Anhalt äußert sich dazu besorgt: "Die Quote ist für einen Entwicklungsprozess, den solch ein Freiwilligendienst benötigt, schädlich." Dabei ist Rainer Kleibs durchaus optimistisch, Freiwillige für den Bundesfreiwilligendienst gewinnen zu können: "Gerade für ältere Leute ist das ein gutes Angebot."

Momentan sind etwa 280 junge Leute im FSJ und 50 Bürger im Bundesfreiwilligendienst beim DRK Sachsen-Anhalt engagiert. "Würde die Quote einsetzen, würden auf die 50 BFDler gerade mal 75 FSJler kommen. Was ist mit dem Rest? Soll der auf der Straße stehen?", fragt Kleibs. Vom Bundesfamilienministerium heißt es, dass beide Freiwilligendienste zu gleichen Konditionen laufen würden und diese Quote die Chancen um einen Platz im Freiwilligendienst - egal ob FSj oder BFD - verbessern sollen.

Gegenwärtig gäbe es deutschlandweit nur für 35000 FSJler Förderungen, doch bis zu 100000 Bewerbungen. Die restlichen Interessenten sollen über den Bundesfreiwilligendienst aufgefangen werden.