Halle/Magdeburg (dpa) l Das neue Semester beginnt bald. Tausende neu ankommender Studenten strömen dann wieder in die Uni-Städte wie Magdeburg und Halle. Sie alle haben ein Ziel: Ein Dach über den Kopf finden. Besonders begehrt sind vor allem bei jüngeren und ausländischen Studierenden die Studentenwohnheime, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Dort sind die Mieten günstig, die Möbel teilweise schon vorhanden und der Weg bis zum Vorlesungssaal meist nicht weit. Doch in einigen Orten wird es für Interessierte im kommenden Semester schwierig, einen Platz zu ergattern.

Das Studentenwerk Magdeburg kennt das seit Jahren: "Die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot des Studentenwerkes an Wohnheimplätzen", teilte Studentenwerkssprecherin Katrin Behrens mit. Die Einrichtung kümmert sich den Angaben zufolge um die Belange der Studenten in der Landeshauptstadt sowie in Wernigerode. An beiden Standorten gebe es im kommenden Semester 2018/19 knapp 1660 Wohnheimplätze. Fünf Jahre zuvor waren es noch rund 110 Plätze mehr.

Magdeburg im Bundesvergleich hinten

Im bundesweiten Vergleich liegt das Studentenwerk Magdeburg mit seinem Platzangebot relativ weit hinten. Nur knapp acht Prozent der Studierenden könne das Studentenwerk unterbringen, erklärte Behrens. Im bundesweiten Schnitt könnten die Einrichtungen elf Prozent ihrer Studenten ein Dach über dem Kopf bieten.

Anders sieht der Fall im Süden des Landes aus. "Das Studentenwerk Halle hält für 11,2 Prozent der betreuten Studierenden Wohnheimplätze vor und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt aller 58 Studentenwerke", sagte der Sprecher Thomas Faust. An insgesamt fünf Standorten – Halle, Dessau-Roßlau, Merseburg, Köthen und Bernburg – biete das Studentenwerk für das kommende Semester 3320 Wohnheimplätze an. In den vergangenen Jahren sei die Zahl in etwa stabil geblieben.

Bislang seien alle Bewerber immer untergekommen, sagte Faust. Wenn aber doch mal die Plätze in den Wohnheimen belegt gewesen seien, dann habe das Studentenwerk auf seine Partner verwiesen. So würden lokale Wohnungsanbieter im Internet ihren Wohnraum an Studenten vermieten. Auch in Magdeburg gebe es solche Kooperationen mit Wohnungsbaugenossenschaften und privaten Vermietern. Demnächst solle zudem eine Stelle im Studentenwerk geschaffen werde, die sich unter anderem um die Vermittlung von privatem Wohnraum für internationale Studenten kümmert.

Durchschnittsmiete in Halle bei 208 Euro warm

Für die meisten Interessenten sind die Vorteile der Wohnheimplätze ausschlaggebend für eine Bewerbung. So seien nach Angaben der beiden Studentenwerke die Unterkünfte durchweg modern saniert und meist mit allem Notwendigen – angefangen vom Bett bis hin zum Kühlschrank – ausgestattet. Außerdem sei der Mietpreis enorm günstig. In Magdeburg koste ein Einzelapartment mit 23 Quadratmetern warm 229 Euro – inklusive Betriebskosten, Strom, Internet und Kabelanschluss. In Halle liegt der Durchschnittspreis für einen Platz bei 208 Euro. Nachträgliche Betriebskostenabrechnungen gebe es dabei nicht, betonte Faust. Daher könnten Studierende gut kalkulieren.

In Sachsen-Anhalt studierten nach Angaben des Statistischen Landesamts im Wintersemester 2017/18 rund 54.600 Männer und Frauen an den zehn Hochschulen des Landes. Rund 13,5 Prozent der Studierenden kamen den Angaben zufolge aus dem Ausland. Wie viele Studenten zum kommenden Semester ab Oktober in Sachsen-Anhalt sein werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen.