Rostock l Vor einem Jahr sah es nicht gut aus für Fridolin. Mitte Juni war der Weißstorch in Sachsen-Anhalt gegen einen Strommast geflogen und hatte sich dabei schwer verletzt. Tierfreunde fanden ihn. Das linke Bein hatte sich der junge Storchenmann so kompliziert gebrochen, dass es später amputiert werden musste. Der Storch erhielt eine Prothese und wurde vorerst im Storchenhof Loburg (Jerichower Land) aufgepäppelt.

Ein zweiter Ein-Bein-Storch – Mathilda –, der damals ebenfalls eine Prothese erhielt, war im Oktober 2016 gestorben. Für Fridolin zeichnet sich allerdings jetzt ein Happy End ab. Im Rostocker Zoo hat er im August ein neues Zuhause gefunden. „Man hat uns gefragt, ob wir helfen können, und wir haben gern ja gesagt“, erzählt Tierpflege-Chef Thomas Holst. Fridolin sei dabei nicht der erste Storch im Rostocker Zoo. In zehn Jahren hat die Einrichtung gut 80 Störche aufgepäppelt und – sofern möglich – wieder ausgewildert.

Keine Überlebenschance

Letzteres kommt für Fridolin allerdings nicht mehr infrage, sagt Holst. „In der freien Wildnis würde der Storch mit einem amputierten Bein wohl kaum überleben.“ Der Pflegeaufwand durch die Beeinträchtigung sei hoch. Fridolins Prothese muss wöchentlich gereinigt und desinfiziert werden. Mit Ralph Scharpenberg hat sich ein erfahrener Orthopädietechniker bereiterklärt, Fridolin in seiner neuen Heimat kostenlos zu versorgen, berichten die Rostocker „Norddeutschen Neuesten Nachrichten“.

So hat Scharpenberg Fridolins bisherige Prothese mit einem Rollgelenk samt beweglichem Fuß optimiert. Außerdem will er eine neue, wetterfeste Umhüllung als Schutz für den Bein-Stumpf des Tieres anfertigen. Künftig soll der junge Storchenmann in einer großen Voliere mit anderen freilaufenden Vögeln wohnen.