Halle (dpa) l In Halle dreht sich ab 22. November ab 22 Uhr kein Rad mehr: Der Hauptbahnhof wird wegen Bauarbeiten für acht Tage komplett für den Zugverkehr gesperrt. Die Maßnahme endet erst am  30. November morgens 4 Uhr. Von der Totalsperrung ist der gesamte Fern- und Nahverkehr betroffen. Es gebe Schienenersatzverkehr per Bus und Züge würden umgeleitet, teilten die Deutsche Bahn und das Verkehrsunternehmen Abellio am Dienstag in Halle mit. Reisende müssten sich auf Engpässe und längere Fahrzeiten einstellen.

So fahren während der Sperrung den Angaben zufolge auch keine ICE Sprinter-Züge auf der Strecke Berlin-Halle-Erfurt-Frankfurt (Main). Umleitungen und Ersatzverkehr gebe es zudem beispielsweise zwischen Köln-Hannover-Magdeburg und Dresden. Zwischen Halle und Leipzig sollen Busse – auch im Expressverkehr ohne Halt – die Bahn ersetzen. Zugleich wurde an Reisende appelliert, aus Platzgründen beim Schienenersatzverkehr auf die Mitnahme von Fahrrädern zu verzichten.

Mit Fahrplanwechsel in Betrieb genommen

Die Vollsperrung sei nötig, damit künftig in Halle die Schnellzüge halten können, die auf der ICE-Neu- und Ausbaustrecke Berlin-München unterwegs sein werden, hieß es. Die rund 500 Kilometer lange Trasse – das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 8 – soll mit dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn ab 10. Dezember in Betrieb gehen.

Damit soll sich die Fahrzeit mit dem ICE von Berlin nach München – über Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg und zurück – von derzeit rund sechs Stunden auf vier Stunden verkürzen. Auch auf Teilstrecken werden dann Reisende schneller unterwegs sein als bisher. "Damit beginnt ein neues Bahnzeitalter", sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Eckart Fritz.

Halle gilt als wichtiger Knoten im deutschen Eisenbahnnetz. Den Angaben zufolge passieren rund 40.000 Menschen und 560 Züge täglich den Hauptbahnhof. Tausende Pendler sind zwischen Halle und Leipzig sowie Magdeburg, Erfurt und Berlin mit dem Zug unterwegs.

Modernes Stellwerk

Die achttägige Sperrung des Hauptbahnhofs Halle ab 22. November sei die dritte seit Beginn der Bauarbeiten 2014 und zugleich die bisher längste, sagte Projektleiter Thomas Herr. Dabei werde die gesamte Technik auf Herz und Nieren geprüft. Mehr als 100 Weichen und gut 100 neue Signale würden mit einem modernen elektronischen Stellwerk verknüpft.

Ziel ist es, dass ab 30. November mit dem Ende der Sperrung die modernisierte Ostseite des Hauptbahnhofs für den Bahnverkehr in Betrieb gehen kann. Dann sollen die Bauarbeiten auf der Westseite beginnen. Voraussichtlich 2020 wird der Hauptbahnhof Halle komplett in neuem Glanz erstrahlen.