Der Zeitplan für die zweite zentrale Aufnahmestelle in Sachsen-Anhalt wackelt. Der Vertrag für Flüchtlingsunterkünfte auf einem ehemaligen Kasernengelände in Halle ist trotz monatelanger Verhandlungen noch nicht in trockenen Tüchern. Auch wenn es jetzt zu Verzögerungen kommen sollte: Das Land darf sich nicht alles vom Investor diktieren lassen.

Auch in der derzeitigen Situation sollte – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht um jeden Preis unterschrieben werden. Denn es geht um viel Steuergeld. Der geplante Zehn-Jahres-Vertrag kostet das Land insgesamt rund 47 Millionen Euro. An den Investor soll eine Kaltmiete von zunächst 13,65 Euro je Quadratmeter gezahlt werden. Es ist richtig, dass das Land jetzt darauf dringt, für diesen beachtlichen Preis möblierte Zimmer zu bekommen.

Die Kasernen-Anmietung hat zu harscher Kritik des Rechnungshofes geführt, der etwa fehlende Transparenz kritisierte. Das Land ist gut beraten, Gründlichkeit vor Schnelligkeit walten zu lassen.