Berlin (dpa) - Weil sie eine 15 Jahre alte Schülerin sexuell missbraucht haben sollen, stehen drei junge Männer vor dem Berliner Landgericht. Die 24- bis 26-Jährigen sollen der Jugendlichen vor dem mutmaßlichen Übergriff Alkohol verabreicht haben, um bei ihr einen Rauschzustand herbeizuführen. Sie habe sich gegen sexuelle Handlungen nicht mehr wehren können, heißt es in der zu Prozessbeginn am Montag verlesenen Anklage. Die drei Männer, die sich wegen sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person verantworten müssen, schwiegen zu den Vorwürfen.

Zu dem mutmaßlichen Übergriff soll es laut Anklage im Mai 2016 in einer Pension in Sachsen-Anhalt gekommen sein. Die drei Männer hätten der Jugendlichen "aufgrund eines gemeinsamen Tatentschlusses" zunächst mit jeweils einer Hand an das entblößte Gesäß gefasst. Zwei der Angeklagten hätten die Schülerin weiter sexuell berührt.

Die Ermittlungen waren ins Rollen gekommen, nachdem das Handy eines der Angeklagten zwei Jahre später in einem anderen Strafverfahren beschlagnahmt, ausgewertet und entsprechendes Bildmaterial entdeckt worden war. Die damals 15-Jährige hatte keine Anzeige erstattet. Weil sie nun als Zeugin ohne Entschuldigung fehlte, verhängte das Gericht ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro und verfügte ihre polizeiliche Vorführung zum nächsten Prozesstag am 14. Februar.