Halle (dpa/sa) - Die angespannte Situation beim Bahnunternehmen Abellio wird sich nach Unternehmensangaben weiter verschärfen. Es sei davon auszugehen, dass die durch fehlende Lokführer entstandene Lücke erst zum Jahresende geschlossen werden könne, teilte Abellio am Freitagabend nach einem Krisengespräch mit der Nahverkehrsgesellschaft des Landes (Nasa) mit. Ähnlich äußerte sich die Nasa, die für das Land den Nahverkehr betreut. Es fehlten etwa 40 Lokführer. Das seien zehn Prozent des gesamten Personalbedarfs.

Seit einigen Tagen fahren zwischen Naumburg und Wangen daher Busse statt Züge. Die ursprünglich bis Anfang März gedachte Maßnahme werde um einen Monat verlängert, hieß es von Nasa und Abellio. So könnten spontane und ungeplante Zugausfälle wegen Personalmangels vermieden werden, begründeten beide Seiten den Schritt.

Die Ersatzbusse hatten zuletzt zu reichlich Kritik und Diskussionen geführt. Sogar die vorzeitige Kündigung der Verträge mit Abellio wurde diskutiert. Weitere Engpässe sind schon angekündigt, unter anderem weil Verträge von Leiharbeitern auslaufen. Von Anfang März an seien Einschränkungen auf den betriebenen Strecken nötig, um die Situation zu stabilisieren. Welche und wie viele Verbindungen betroffen sind, wird derzeit laut Mitteilung mit der Nasa abgestimmt.

Abellio hatte vor drei Jahren zahlreiche Strecken im Süden des Landes übernommen. Seit wenigen Wochen ist das Unternehmen auch für das sogenannte Dieselnetz mit Linien quer durch das Land zuständig. Von Anfang an gab es Probleme mit fehlenden Lokführern. Sie seien allgemein Mangelware und Abellio bilde deshalb seit zwei Jahren eigenes Personal aus. Für das Unternehmen seien die Anreize sehr hoch, so schnell wie möglich wieder alle Strecken regulär zu bedienen, betonte der Chef der Nahverkehrsgesellschaft, Rüdiger Malter. Ausfallende Züge würden nicht vom Land bezahlt, zeitgleich müsse Abellio die laufenden Kosten selbst tragen.