Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Anwohner haben rund 750 Unterschriften gegen die Benennung einer Straße nach Helmut Kohl in Dessau-Roßlau gesammelt. Über eine Online-Plattform trugen sich gut 670 Unterstützer ein, wie der Initiator der Proteste, Olaf Königer, am Dienstag sagte. Die restlichen Unterschriften seien per Handzettel zusammengekommen. Rund 570 Unterstützer kämen direkt aus Dessau-Roßlau. Königer, der mit seiner Firma an der betroffenen Straße sitzt, will die Sammlung am Mittwochnachmittag am Rande einer Stadtratssitzung übergeben.

Das Gremium hatte im Herbst vorigen Jahres beschlossen, einen großen Teil der Ludwigshafener Straße zu Ehren des verstorbenen Altkanzlers Kohl umzubenennen. Inzwischen sei die Umwidmung amtlich, sagte Königer. Sein Unmut richte sich vor allem dagegen, dass die betroffenen Anwohner zu keiner Zeit informiert und befragt worden seien. Er hofft, die Stadträte mit seiner Aktion umzustimmen. Es böten sich andere Straßen an, etwa die bisher namenlose Ortsverbindung zwischen Dessau und Roßlau, schlug Königer vor.

Es ist nicht der erste Bürgerprotest gegen eine Umbenennung zu Ehren Kohls. In Burg wird am 18. März in einem Bürgerentscheid darüber abgestimmt, ob ein Platz nach Kohl benannt wird. Der Ex-Bundeskanzler war im Juni vorigen Jahres im Alter von 87 Jahren gestorben.

Amtsblatt der Stadt Dessau-Roßlau mit Bekanntmachung der geplanten Straßen-Umbenennung (Seite 39)

Petition gegen die Umbennung einer Straße in Dessau-Roßlau zu Ehren Helmut Kohls