Halle (dpa/sa) - Arbeitsmarktexperten erwarten für 2021 trotz der Corona-Krise ein leichtes Jobwachstum und weniger Arbeitslose in Sachsen-Anhalt. Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gehen in ihrem Mittelwertszenario von durchschnittlich 799 500 sozialversicherungspflichtigen Jobs und damit 1300 Beschäftigen mehr als im Mittel dieses Jahres aus, teilte die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Freitag mit. Das entspräche einem Job-Wachstum von 0,2 Prozent.

Das wäre allerdings das geringste Jobwachstum aller Bundesländer. Für den Bundesschnitt erwarteten die Forscher ein Plus von 0,9 Prozent, ebenso für Ostdeutschland.

Das IAB hat den Angaben zufolge drei Szenarien berechnet: Bei besonders ungünstigen Bedingungen erwarten sie für Sachsen-Anhalt einen Rückgang der Beschäftigung um ein Prozent, das würde ein Minus von 8300 Jobs im Vergleich zum laufenden Jahr bedeuten. Im besten Fall rechnen die Arbeitsmarktexperten mit einem Jobwachstum von 1,4 Prozent, das wären 11 000 neue Jobs. Allerdings erschwerten die Effekte der Corona-Krise die Prognosen.

Grundsätzlich hat die Altersstruktur weiter einen großen Einfluss auf die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt im Land. Im Vergleich zu anderen Bundesländern gebe es weniger Beschäftigungsverhältnisse. Es gebe immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter. Der Arbeitsmarkt könne gerade Fachkräfte weiter aufnehmen. Viele Firmen suchten Ersatz für die vielen Mitarbeiter, die in absehbarer Zeit in den Ruhestand gingen. Jeder vierte Beschäftigte im Land sei über 55 Jahre alt.

Mit Blick auf die Arbeitslosigkeit gehen die Experten für 2021 im Mittelszenario von 73 300 Menschen ohne Job aus. Das wäre ein Rückgang um 13,6 Prozent im Vergleich zum geschätzten Jahresdurchschnitt 2020 von etwa 84 800 Arbeitslosen. Bundesweit wird mit einem Rückgang um 3,8 Prozent gerechnet.

Regionale Arbeitsmarktprognosen 2020/21

IAB Regionale Arbeitsmarkprognosen