Bad Harzburg (dpa) - Das beim Orkantief "Sabine" zerstörte Luchsgehege des Nationalparks Harz kann bald wieder Raubkatzen beherbergen. Die Anlage werde in diesen Tagen instand gesetzt, teilte die Nationalparkverwaltung mit. Nach Abschluss der Arbeiten können die vier überlebenden Luchse wieder in das Schaugehege gebracht werden. Besucher könnten die Raubkatzen dann bald wieder beobachten.

Während des Orkans Anfang Februar war ein Luchs in dem Gehege an den Rabenklippen bei Bad Harzburg von umstürzenden Bäumen erschlagen worden. Drei weitere Tiere konnten in den Bergwald entlaufen, weil der meterhohe Zaun von umgekippten Buchen zerstört war. Die fünfte Raubkatze blieb an Ort und Stelle.

Zwei der entlaufenen Raubkatzen waren von sich aus unversehrt zurückgekehrt. Der Luchs Paul dagegen wurde in einen Verkehrsunfall verwickelt und dabei verletzt. Das Tier war rund 50 Meter entfernt vom Unfallort entdeckt und mit einem Narkosegewehr betäubt worden. Ein Tierarzt stellte fünf gebrochen Rippen, mehrere Prellungen und ein blutunterlaufenes Auge fest. Paul geht es nach Angaben einer Sprecherin des Harzer Luchsprojekts inzwischen aber wieder recht gut.

Derzeit befinden sich die vier überlebenden Raubkatzen in kleineren Gehegen an einem öffentlich nicht bekanntem Ort im Nationalpark. Wegen der Coronavirus-bedingten Beschränkungen werde es auch nach der Rückkehr der Luchse in das Schaugehege vorerst zwar keine öffentlichen Fütterungen geben, sagte ein Nationalparksprecher. Diese Fütterungen wurden in der Vergangenheit teilweise von mehreren Hundert Zuschauern verfolgt. Im Normalfall seien die Tiere aber auch so gut zu beobachten, so dass sich ein Besuch am Gehege - solange Waldspaziergänge erlaubt sind - durchaus lohnen könne.

Harzer Luchsprojekt