Halle (Saale) (dpa) - Eigentlich sollte für Florian Brügmann alles bestens sein. Schließlich reist er als Tabellenführer der 3. Fußball-Liga mit dem MSV Duisburg zum Spitzenspiel beim Dritten Hallescher FC. Doch auf die Reise zu dem Club, bei dem der Verteidiger vier Jahre lang spielte, geht Brügmann nicht als glücklicher Mensch. Denn beim MSV spielt er nur eine Nebenrolle, ist Bankdrücker statt Stammkraft.

"Natürlich sitzt kein Fußballer gern auf der Bank. Es ist schön, dass wir als Team so erfolgreich dastehen. Ich hätte dazu gern mehr auf dem Platz beigetragen", sagt Brügmann über seine Situation. Um den Frustlevel möglichst niedrig zu halten, verausgabt er sich in den Trainingseinheiten - und versucht, bei Trainer Torsten Lieberknecht irgendwie einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

175 Spiele hat der 28-Jährige in der 3. Liga bereits absolviert. Der Plan war eigentlich, in Duisburg die 200 voll zu machen. In Halle und zuletzt bei Carl Zeiss Jena war Brügmann Stammspieler, verpasste Spiele meistens nur wegen Verletzungen oder Sperren. In Jena war er in der vergangenen Saison sogar bei einem Stück Drittliga-Geschichte dabei, als die Mannschaft nach einem eigentlich aussichtslosen Rückstand am letzten Spieltag doch noch den Klassenerhalt schaffte.

Doch das ist Vergangenheit. Die Gegenwart bringt ihm zwar sportlich größeren Erfolg, aber persönlich deutlich weniger Genugtuung. Ein Grund könnte die verpasste Vorbereitung sein. Nachdem sein Vertrag in Jena ausgelaufen war, hatte Brügmann Optionen nach Braunschweig oder Aue zu gehen. Doch die Wechsel zerschlugen sich und so sagte er Duisburg erst Ende Juli zu. "Wir wissen, was wir mit ihm bekommen und an ihm haben werden", sagte Sportdirektor Ivica Grlic bei der Verpflichtung.

Da war die Mannschaft bereits stark in die Saison gestartet und Lieberknecht sah keinen Grund, etwas zu verändern. Zumal Joshua Bitter auf der rechten Abwehrseite starke Spiele ablieferte. Brügmann war zunächst nur Backup - und blieb es auch. Nur zwei Einsätze über 90 Minuten hat er nach 16 Spieltagen in der Statistik stehen.

Ein Wechsel im Winter sei aktuell überhaupt kein Thema. Brügmann wolle sich durchbeißen. Es sind die Sätze, die ein Profi in seiner Situation eben so sagt, sagen muss. Die Reise nach Halle dürfte dennoch eine mit Wohlfühlfaktor werden. Schließlich kennt Brügmann von der Wäschefrau bis zum Teammanager noch viele Gesichter beim HFC. "Ich freue mich sehr, denn ich hatte dort eine schöne Zeit", sagt Brügmann. Und so ein wenig schwingt in den Worten die Hoffnung mit, dass bald wieder bessere Zeiten anbrechen.

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