Rottmersleben (dpa/sa) - Die landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen-Anhalt haben aus Sicht des Landesbauernverbands ernste Schwierigkeiten. Die Landwirte stünden mit dem Rücken zur Wand sagte Verbandspräsident Olaf Feuerborn am Donnerstag in Rottmersleben (Landkreis Börde). Das betreffe sowohl die Pflanzen-, als auch die Tierproduktion. Die Getreideernte sei zwar insgesamt besser gewesen als im Dürrejahr 2018. Doch in vielen Regionen vor allem im mittleren und nördlichen Sachsen-Anhalt wurde noch weniger Getreide geerntet als 2018.

In der Tierproduktion beklagten die Landwirte vor allem die niedrigen Preise für Fleisch, sagte Feuerborn. Die Preise für Kälber seien innerhalb von drei Monaten von 200 auf 90 Euro pro Tier gesunken, beklagte auch Christian Schmidt. Der Geschäftsführer der Agrar GmbH Siedenlangenbeck bei Salzwedel ist auch Vorsitzender des Fachausschusses Milch. Mit der Nachricht, dass mehr Rindfleisch aus den USA importiert werden soll, seien die Kälberpreise auf Talfahrt gegangen.

Ähnlich abwärts gehe es beim Preis für Mastrinder. Dort wurden vor zwei Jahren noch auskömmliche 4,20 Euro pro Kilo Schlachtpreis bezahlt. Derzeit sind es nur noch 3,40 Euro, sagte Thomas Seeger, der die Agrar-Gesellschaft Börde leitet.

Lediglich der Preis für Schweinefleisch sei derzeit etwas höher als in den zurückliegenden Jahren. "Das hängt mit der Schweinepest in China zusammen und damit, dass wir derzeit nach China exportieren", erklärte Olaf Feuerborn. "Zuvor sind die Schweinehalter durch ein dreijähriges Loch gegangen." Das Preishoch schätzt er als ein temporäres ein.