Stendal (dpa/sa) - Die Behörden haben im Kreis Stendal einen Schlachtbetrieb für Rinder wegen Tierschutzverstößen geschlossen. Das teilte der Landkreis am Freitag mit. Betroffen sei ein Betrieb im östlichen Teil des Kreises. Detailliertere Angaben dürften aus rechtlichen Gründen nicht gemacht werden. Die Organisation "Soko Tierwohl" hatte die Behörden zuvor auf Missstände in dem Schlachthof hingewiesen, wie der Kreis weiter mitteilte. Daraufhin hätten drei Amtstierärzte und zwei Lebensmittelkontrolleure den Betrieb am Donnerstag unangekündigt kontrolliert. Es wurden den Angaben zufolge Verstöße sowohl beim Tierwohl als auch bei der Hygiene festgestellt.

Die waren so gravierend, dass der Kreis den Schlachthof schließen ließ. Zudem wurde ihm der Viehhandel verboten. Lebensmittel wurden sichergestellt und unter Aufsicht vernichtet. Der Betrieb sei bereits in der Vergangenheit mehrfach kontrolliert worden. Dabei wurden mehrere Verstöße geahndet, hieß es weiter.

Nach Angaben des Agrarministeriums richten sich Tierschutzkontrollen nach Risikokriterien, zu denen neben der Betriebsgröße auch frühere Verstöße zählen. Eine Kleine Anfrage von FDP-Bundestagsabgeordneten hatte im Sommer ergeben, dass Viehbetriebe in Sachsen-Anhalt rechnerisch nur alle 24,4 Jahre mit Kontrollen rechnen müssen. Seltener sind sie der Übersicht des Bundesagrarministeriums zufolge nur noch in Bayern und Schleswig-Holstein.

Antwort des Bundesagrarministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zu Tierschutzkontrollen