Berlin (dpa) - Mit rotem Schal zum Brandenburger Tor: Diesen Plan hat der frühere Berliner Regierungschef Regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper (SPD), für den 9. November. An diesem Samstag feiert Deutschland den 30. Jahrestag des Mauerfalls. "Ich freue mich, dass ich das erleben kann", sagte der 74-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. An Berlins Wahrzeichen ist am Abend des Mauerfall-Jubiläums eine große Bühnenshow geplant.

Momper war als Regierender Bürgermeister in den Monaten nach dem Ende der Teilung das Gesicht von Berlin, sein roter Schal wurde zum Markenzeichen und weltbekannt.

"Das Original aus Kaschmir habe ich noch", so Momper. Er wolle das gute Stück nicht für ein Museum herausrücken, obwohl er schon oft gefragt worden sei. "Noch nicht", schränkte der SPD-Mann ein. "Wenn ich tot bin, dann können die den ja haben."

Den roten Erstling habe ihm im April 1989 der Wirt der Gaststätte "Joe am Wedding" geschenkt, als dort die SPD nach gewonnener Wahl mit den Grünen das neue Berliner Regierungsbündnis feierte, erinnerte sich Momper. Er habe später auch andere rote Schals angeschafft, einer sei ihm mal geklaut worden.

Das schönste Moment habe er in Berlin am Abend des 9. November 1989 am Grenzübergang Invalidenstraße erlebt - "als ich merkte, dass alles vollkommen friedlich ablief und die DDR-Grenztruppen auch nicht schlossen", betonte Momper. "Als es überschwängliche Freude war, dass wir wieder zueinander kommen konnten."

Heute finde er die Unterschiede zwischen Ost und West nicht größer als zwischen Bayern und Ostfriesland, meinte der einstige Politiker. "Das wird sich im Laufe der Zeit noch stärker verwachsen."