Magdeburg (dpa/sa) - Trotz besonders hoher Schäden kann Sachsen-Anhalt nicht mit zusätzlicher Hilfe vom Bund für den Waldschutz rechnen. In einer Videokonferenz am Mittwoch kündigte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) zwar an, sich bei den anderen Bundesländern für eine Umverteilung der unter den Ländern verteilten Bundesmittel einzusetzen, wie aus einer Mitteilung der Staatskanzlei hervorgeht.

Auf die Bitte der Landesregierung, die Verteilung der Mittel generell zu korrigieren, ging die Ministerin demnach aber nicht ein. An der Videokonferenz nahmen neben der Bundesministerin Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) sowie der Chef der Staatskanzlei, Rainer Robra (CDU), teil.

"Die Waldschäden sind im Bundesvergleich hoch, wir gehören zu den fünf am stärksten betroffenen Bundesländern", sagte Haseloff. "Da wir mit 26 Prozent über vergleichsweise wenig Waldflächenanteil verfügen, erhalten wir in Relation zu wenige Fördermittel des Bundes", sagte der Regierungschef. "Hier sind Korrekturen nötig."

Die Länder hatten sich auf eine Verteilung der Bundesförderung nach einem Schlüssel geeinigt, der sich am Anteil der Waldfläche am Bundesland, nicht aber an den Waldschäden orientiert. Mit dem Schlüssel vereinbarten die Länder auch, dass nicht abgerufene Fördergelder auf besonders stark betroffene Länder umverteilt werden können, dafür will sich Klöckner nun einsetzen.

In Sachsen-Anhalt werden die Hilfen sehr gut angenommen. Von 11 Millionen Euro, die das Land in diesem Jahr allein für die Beräumung von Schadholz bereitstellt, seien im ersten Quartal schon rund 8 Millionen Euro beantragt worden, teilte das Umweltministerium mit. Dalbert betonte, dass in diesem Jahr weitere Schäden zu erwarten seien. "Auch jetzt sind die Böden im Land weiterhin ausgetrocknet, es fehlt der Niederschlag", sagte die Ministerin. "Den Bäumen fehlt die Kraft, gegen die schon fliegenden Borkenkäfer anzukämpfen. Unser Wald ist das erste Opfer der Klimakrise."