Mammendorf (dpa/sa) - Bei Mammendorf in der Magdeburger Börde ist ein rätselhaftes Doppelgrab aus der Bronzezeit entdeckt worden. "Das Doppelgrab wurde von sechs Mahlsteinen sowie einem rund eine Tonne schweren Steinblock, einem Menhir bedeckt", sagte Projektleiterin und Archäologin Susanne Friederich am Mittwoch. "Die Oberfläche der Steinstele wurde an drei Stellen mit napfartigen Vertiefungen versehen." Wer unter dieser schweren Steindecke so aufwendig bestattet wurde, müssen weitere Untersuchungen zeigen. "Die Mahlsteine sind so gut erhalten, dass sie noch heute zum Herstellen von Mehl geeignet wären", sagte Friederich. Ebenso wurden Teile einer 4200 bis 3200 Jahre alten Siedlung aus der Bronze- und Eisenzeit entdeckt.

Insgesamt wurden mehr als 250 archäologische Strukturen erfasst. Dabei handelt es sich um rund 2500 Jahre alte Grubenhäuser aus der Eisenzeit. "Das waren Wohn- oder Werkstattgebäude", sagte Friederich. In einem Grubenhaus fanden die Archäologen ein ungefähr drei Zentimeter langes Pferdeköpfchen. Das Tonmaterial war so gut poliert worden, dass nach mehr als 2500 Jahren die Oberfläche noch immer metallisch glänzt. "Die Figur belegt die damalige große Bedeutung von Pferden, als Ausdruck großen Reichtums", sagte die Archäologin. Zudem wurden zahlreiche Keramikscherben und Tierknochen geborgen.

Während der diesjährigen Ausgrabungskampagne wurden etwa zwei Hektar im Vorfeld der Erweiterung des Hartsteintagebaus bei Mammendorf der Cronenberger Steinindustrie Franz Triches GmbH & Co. KG in Hohe Börde untersucht. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt führt seit rund 20 Jahren archäologische Dokumentationen im Vorfeld des Gesteinsabbaus und der jeweiligen Erweiterung des Steinbruchs bei Mammendorf durch. Die fruchtbare Landschaft wurde seit der Jungsteinzeit vor 6000 Jahren besiedelt.

Landesmuseum für Vorgeschichte Halle