Magdeburg (dpa/sa) - Der Bürgermeister von Tangerhütte, Andreas Brohm, hat vom Land erneut einen schnellen Ausbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes gefordert. Das derzeitige Ziel einer Breitbandversorgung von 50 Megabit pro Sekunde sei nicht nur veraltet, sondern auch Steuerverschwendung, erklärte der parteilose Politiker am Montag. "Wir kaufen uns heute auch keinen Röhrenfernseher mehr und tun so, als ob der Flachbildschirm noch nicht erfunden wurde." Brohm setzt sich seit Jahren für den Ausbau schneller Internetzugänge im ganzen Land ein.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) wollte am Montag die "Digitale Agenda" vorstellen und einen Experten-Beirat ins Leben rufen. Der Fahrplan der Landesregierung sieht bisher vor, bis 2021 zunächst alle Haushalte mit Übertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde ans Netz anzuschließen. Bis 2030 soll es dann Gigabit-Netze mit mindestens der zwanzigfachen Rate geben. Willingmann hatte die Zweiteilung zuletzt mit den Vorgaben laufender Förderprogramme und den hohen Kosten für den Glasfaserausbau begründet.

Geld sei genügend vorhanden, stellte hingegen Bürgermeister Brohm fest. Die Landesregierung habe beim Ausbau mit schnellem Internet wieder ein Jahr verloren. Die "Digitale Agenda" sei kein schlüssiges Konzept, sondern ein Stückwerk.