Beetzendorf (dpa/sa) - Der Umweltverband BUND hat zum Tag der Deutschen Einheit auf die Bedeutung des ehemaligen Grenzstreifens für den Natur- und Artenschutz hingewiesen. Das Grüne Band biete Heimat für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, erklärte der Vize-Landeschef des BUND Sachsen-Anhalt, Dieter Leupold, am Mittwoch. In der Altmark etwa nehme der Bestand an Braunkehlchen gegen den deutschlandweiten Trend wieder zu. Seeadler, Kraniche, Schwarzstörche und Fischotter hätten sich seit der Wende neu angesiedelt. Mehrere Schutzprogramme tragen Leupold zufolge dazu bei, entlang des ehemaligen Todesstreifens Lebensräume zu erhalten.

In Sachsen-Anhalt verlaufen etwa 343 Kilometer des insgesamt rund 1400 Kilometer langen ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens. Die Landesregierung will das Grüne Band als Naturmonument ausweisen - eine 2010 neu geschaffene Schutzkategorie im Bundesnaturschutzgesetz. Ziel ist es, das Grüne Band neben dem Naturschutz auch als Ort der Erinnerung zu erhalten. Allerdings hat das Grüne Band in Sachsen-Anhalt derzeit noch Lücken. Etwa ein Drittel der Flächen sind nach Angaben des Umweltministeriums noch nicht in öffentlicher Hand. Dort wird Ackerbau betrieben oder sie gehören privaten Waldbesitzern. Das Land will deshalb Flächen aufkaufen oder tauschen.