Gardelegen (dpa/sa) - Das seit Freitag bestehende Zeltlager von rund 20 Militärgegnern auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Altmark ist am Samstagabend beendet worden. Das teilte die Gruppe "Gewaltfreie Aktion GÜZ abschaffen" mit. Ein Sprecher der Bundeswehr bestätigte den Abzug: Seit 18.30 Uhr befänden sich die Teilnehmer des illegalen Camps außerhalb des Truppenübungsplatzes. Sie hatten zuvor Zelte aufgeschlagen, um gegen militärische Übungen zu protestieren.

In einer Mitteilung wertete die Gruppe ihre - nach eigenen Angaben 30 Stunden dauernde - "Besetzung" des Geländes als Erfolg. "Wenn regelmäßig auf allen Truppenübungsplätzen Aktionen stattfinden würden, könnte das Töten nicht mehr geübt werden", sagte eine Beteiligte laut Mitteilung. Die Gruppe kündigte an wiederzukommen, bis das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) geschlossen sei. Auf dem Truppenübungsplatz gibt es nach Darstellung des Bundeswehr-Sprechers derzeit keine militärischen Übungen.

Mit Hilfe der Polizei waren am Freitag die Personalien der Anwesenden überprüft worden. Diese hätten in ihrem Zeltlager am Ort des ehemaligen Heidedorfs Salchau Workshops und Lesungen veranstaltet sowie eine Leseecke und einen Friedenspfad eingerichtet, teilten sie am Samstag per Mitteilung mit. Das Heidedorf Salchau war 1936 wegen des Truppenübungsplatzes abgerissen worden. Das Betreten des militärischen Sicherheitsbereichs gilt als Ordnungswidrigkeit.

Schon seit 2014 ruft die "Gewaltfreie Aktion GÜZ abschaffen" immer wieder zu "Besetzungen" des militärischen Gebietes auf. Die Beteiligten setzen sich für eine nicht-militärische Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide ein, demonstrieren gegen Krieg und die Investition in die inzwischen fast fertiggestellte militärische Übungsstadt Schnöggersburg, in der Soldatinnen und Soldaten auf Auslandseinsätze vorbereitet werden sollen.

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