Halle (dpa/sa) - Der Chef der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Thomas Brockmeier, hat vor einem Verlust der Akzeptanz von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gewarnt. Statt einer bundeseinheitlichen Verschärfung von Sanktionen sei es wichtig, die regionalen Besonderheiten beim Infektionsgeschehen zu betrachten. Sachsen-Anhalt habe mit Mecklenburg-Vorpommern bislang die geringste Anzahl an Corona-Fällen, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier am Mittwoch. Die Menschen hielten sich überwiegend an die Regeln, es gebe keine Hotspots.

"Wenn in diese Situation hinein dann auch nur die leiseste Verschärfung kommt, wie zum Beispiel eine verschärfte Maskenpflicht mit entsprechenden Sanktionen bei Verstößen, dann fragen sich sicherlich einige Menschen, was kommt denn jetzt noch, wo es doch gut läuft", sagte Brockmeier. "Und wenn man an diesen Stellen die Akzeptanz der Bevölkerung verliert, dann wird man ganz übel auf die Nase fallen, wenn man später, bei größeren Problemen, darauf angewiesen ist, auf Akzeptanz zu stoßen", sagte der IHK-Chef auf einer Pressekonferenz zum Konjunkturbericht für das dritte Quartal 2020. Daraus geht laut Kammer hervor, dass sich die Wirtschaft im Süden Sachsen-Anhalts nach dem Lockdown nunmehr erholt hat.

Dies passierte langsam, dafür aber nahezu in allen Branchen, mit Ausnahmen in der Dienstleistung- und Verkehrsbranche. Die Industrie habe hingegen mit mehr Aufträgen wieder Tritt gefasst, die Baubranche arbeite ein dickes Auftragspolster ab. Laut IHK gibt es derzeit mehr positive als negative Stimmen aus den Unternehmen der Region zur aktuellen Geschäftslage und zu den Erwartungen für die kommenden Monate. Aber: "Die Krise ist keineswegs abgehakt", sagte der Konjunkturexperte der Kammer, Danny Bieräugel. Vor allem Unternehmen der Veranstaltungsbranche, Gastronomie und der Handel bekämen die Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu spüren. Dazu zählten weniger Aufträge und Nachfragen von Kunden.

Konjunkturbericht der IHK Halle-Dessau