Berlin/Köthen (dpa) - Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, hat die AfD-Bundesspitze aufgefordert, ihr Verhältnis zu Rechtsextremen zu erklären. "Es ist klar, es gibt dort fließende Strukturen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. "Die Bundesspitze muss sich auf jeden Fall rechtfertigen dahingehend, dass sie so etwas zulässt, und demzufolge auch die Konsequenzen zu tragen hat, wenn der Staat hier handeln wird", betonte Haseloff mit Blick auf gemeinsame Demonstrationen von AfD-Politikern und Rechtsextremen.

Eine Beobachtung der AfD müsse aber durch die Verfassungsschutzorgane auf Bundes- und Länderebene gesondert entschieden werden, weil es "sehr große" Unterschiede innerhalb der AfD gebe.

In Köthen war in der Nacht zum Sonntag ein Deutscher nach einem Streit mit zwei Afghanen an Herzversagen gestorben. Bei den anschließenden Demonstrationen sei es um Trauer um einen unschuldigen Menschen gegangen. "Das entschuldigt nicht, dass man sich den Falschen anschließt", sagte Haseloff.

Nach den Vorfällen in Chemnitz und Köthen hatte die rechte Szene ihre Anhänger auch für eine Demonstration in Halle mobilisiert. Dort wurde am Montagabend aus dem Protestzug heraus mehrfach der Hitler-Gruß gezeigt und von einigen der rund 450 Teilnehmer "Sieg Heil" gerufen. Manche Demonstranten seien stark alkoholisiert gewesen und hätten Polizisten bespuckt.