Berlin (dpa) - Der SPD-Ostbeauftragte Martin Dulig hat sich zur Aufarbeitung der Nachwendezeit erneut für die Einsetzung einer Wahrheitskommission eingesetzt. "Wenn wir im Osten die Zukunft wollen, müssen wir hinter uns die Vergangenheit aufräumen", sagte der sächsische Wirtschaftsminister am Donnerstag im Bundestag bei einer Debatte über den Jahresbericht zum Stand der Einheit.

Dulig sagte, die Einheit sei auf wirtschaftliche Kennziffern beschränkt worden. Viele Ostdeutsche aber fühlten sich unfair behandelt. Dies habe viel mit den Umbrucherfahrungen und Ungerechtigkeiten nach der Wende zu tun. Diese Zeit müsse in einer Kommission aufgearbeitet werden.

Auch der Linken-Politiker Matthias Höhn sagte, die Geschichte der Treuhand gehöre aufgearbeitet. Im Osten sei kein Stein auf dem anderen geblieben. Die Treuhand kümmerte sich um die Umwandlung der DDR-Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft. Tausende Betriebe wurden abgewickelt, viele Menschen verloren im Zuge der Schließungen und Privatisierungen ihre Jobs. Die Arbeit der Treuhand wurde vielfach massiv kritisiert.

Der AfD-Abgeordnete Enrico Komning kritisierte, Ostdeutsche würden pauschal als Nazis und Ostdeutschland als "Dunkeldeutschland" beschimpft. Eine deutsche Einheit werde nicht erreicht, wenn die Ostdeutschen immer noch ungleich behandelt würden.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Wirtschaftsstaatssekretär Christian Hirte, sieht in seinem Jahresbericht Fortschritte bei der wirtschaftlichen Entwicklung, dennoch gebe es noch große Unterschiede zum Westen.

Jahresbericht Einheit