Halle (dpa/sa) - Berufstätige Feuerwehrleute sollen sich künftig in Sachsen-Anhalt einfacher für Einsätze und Ausbildung freinehmen können. Eine entsprechende Erklärung haben Ministerpräsident Reiner Haseloff, Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) sowie die Präsidenten der Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammern am Mittwoch unterzeichnet. "Freiwillige Feuerwehren sind das Rückgrat der Brandschutzstrukturen", sagte Haseloff. Ziel sei es, Freiräume für Feuerwehrleute zu schaffen, damit sie an Einsätzen und Ausbildungsmaßnahmen teilnehmen könnten.

Es sei oft schwierig, Beruf und Ehrenamt in Einklang zu bringen, hieß von den Unterzeichnern. Die Einsatzkräfte seien jedoch unverzichtbar, um Gefahren abzuwenden und Menschenleben zu retten. "Durch jährlich sinkende Mitgliederzahlen besteht jedoch Gefahr für die Funktionalität."

Die Unternehmensvertreter betonten, dass es für Firmen schwierig sein könne, die Ausfälle zu kompensieren. Es werde durch die Erklärung jedoch das Signal gesendet, dass es gewünscht sei, die Feuerwehr zu unterstützen. Zudem habe jedes Unternehmen eine Risikobewertung und Gefahrenabwehr ausgearbeitet. Insofern sei es auch für Firmen eine Hilfe, ausgebildete Feuerwehrleute in den eigenen Reihen zu haben.

Eine gesetzliche Pflicht zur Freistellung wurde zunächst ausgeschlossen. "Wenn wir das alles per Gesetz regeln müssten, dann ist das, was wir uns unter lebenswerter und solidarischer Gesellschaft verstehen sowieso an einem Kipppunkt", sagte Haseloff. Man müsse "weg von der Ich- hin zur Wir-Gesellschaft", sagte Innenminister Stahlknecht.