Magdeburg (dpa/sa) - Familien in Sachsen-Anhalt nutzen weiterhin nur sehr zurückhaltend die Notbetreuung in den geschlossenen Schulen. Im Vergleich zur ersten Woche verdoppelte sich die Zahl der betreuten Kinder in den Grundschulen zwar nahezu, wie aus einer Übersicht des Bildungsministeriums hervorgeht. So wurden am Stichtag in der ersten Aprilwoche 1167 Schülerinnen und Schüler betreut, während es Mitte März nur 600 waren. Der Bedarf habe sich erhöht, bleibe aber gemessen an der Schülerzahl von fast 68 000 sehr gering, sagte Ministeriumssprecher Stefan Thurmann der Deutschen Presse-Agentur.

Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus sind Schulen, Kitas und Horte in Sachsen-Anhalt seit 16. März geschlossen und bleiben es auch bis mindestens 19. April. Anders als sonst konnten Eltern ihre Kinder dieses Mal auch während der Osterferien-Woche in die Notbetreuung bringen. Davon machten die Eltern von 56 Grundschulkindern Gebrauch. Das Angebot dürfen Familien nutzen, bei denen ein Elternteil im medizinischen Bereich arbeitet, etwa in Praxen, Krankenhäusern oder Apotheken. Wenn beide Eltern in unverzichtbaren Berufen arbeiten, die vom Land definiert sind, ist ebenfalls eine Notbetreuung möglich.

"Mit dem Angebot der Notbetreuung wird sehr sensibel umgegangen", sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) laut Mitteilung. Er danke allen Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeiterinnen, die in den vergangenen Wochen die Kinder betreut hätten.